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Der plötzliche Abschied von den Planetariern und warum den Zwergen das Wasser so gut schmeckte

28. Folge: Der plötzliche Abschied von den Planetariern und warum den Zwergen das Wasser so gut schmeckte

„Sie scheint wie die anderen Planeten, Sterne und Monde im All zu schweben. Es sieht fast so aus als sei sie an einem unsichtbaren Faden im Himmelsraum aufgehängt worden. Dem ist nicht so. Die Erde dreht sich in 24 Stunden mit großer Geschwindigkeit um ihre eigene Achse. Durch diese Drehung entstehen Tag und Nacht und einmal im Jahr umrundet die Erdkugel die Sonne. Schaut mal ganz genau hin: Die Wüsten leuchten in hellen gelben Farben. Wir fliegen gerade darüber hinweg. Dort wo der Tropenwald sich ausgebreitet hat, zeigt die Erde ihre grüne Seite und dazwischen sehen wir blaue Stellen. Das sind die Meere, die ungefähr 71 Prozent der Erdoberfläche einnehmen. Von weitem gesehen, sieh die Erde sehr friedlich aus. Dieser Schein trügt, das wissen wir alle.“

Plötzlich ertönte auf dem Instrumentenpult ein Alarmsignal. Der Pilot drückte auf einen roten Knopf und eine aufgeregte Stimme sagte: „Kommt sofort zurück. Ihr seid in Gefahr. Feindliche UFOs haben Euch geortet und wollen angreifen. Bringt die kleinen Gäste zur Erde zurück. Fliegt dann in südwestlicher Richtung zur Galaxis.“ Die wunderbare Tour jetzt abbrechen zu müssen, tat allen leid. Die Aliens senkten das UFO auf ein dunkles Waldstück. Um nicht von weitem gesichtet zu werden, schalteten sie die Außenlampen und Innenbeleuchtung während der Landung aus, ließen aber die Antriebsmotoren laufen. Die Planetarier halfen den Wichtels beim Aussteigen. Dieses Mal war der Abschied kurz, denn die Außerirdischen mussten sich schleunigst in Sicherheit bringen. Das Wichtelvölkchen beobachtete vom Boden aus den Aufstieg und Weiterflug der Raumschiffe bis diese am Horizont verschwunden waren. Schade, dass das traumhafte Abenteuer unerwartet beendet werden musste. Wenngleich ein schmerzliches Gefühl hinsichtlich der plötzlichen Trennung auftrat, so glaubten sie an weitere Begegnung mit den Außerirdischen.

Im Augenblick hatten unsere Freunde den schnellen Abschied innerlich zu verkraften. Überdies finden ihre Mägen an zu knurren, weil sie stundenlang nichts zu sich nehmen konnten. An diesem Ort, wo die Zwilche abgesetzt wurden, wuchsen saftige Kräuter und paar Meter weiter entdeckten sie im Fichtenwald Pilze, wie Steinpilze, Pfifferlinge, Maronenröhrlinge. In der Nähe floss ein schmaler Bach. Hier bot ihnen die Natur ein wahres Tischlein-deck-dich. Sogar das Wasser, dass sie dem Bächlein entnahmen, hatte einen besonderen Geschmack, dem sie sich nicht entziehen konnten. Zunächst nippten die kleinen Racker an dem Wasser. Sie wollten den Geschmack des köstlichen Nass herausfinden. Ihr feiner Sinn für Essen und Trinken veranlasste sie ihrem Gefühl nachzugeben und noch mehr zu sich zu nehmen. Sie pichelten und pichelten und pichelten bis sie guter Laune waren. Das Zwergenvölkchen hüpfte und sprang herum, schlug Purzelbäume und sang. Herr Wichtel konnte nicht begreifen, dass das Wasser die Kerlchen so lustig machte. Er ging deshalb der Sache nach, lief an dem Bächlein entlang, dass zu einem Weingut führte. Auf leisen Sohlen huschte er in den Hof der Kellerei und von da aus in die Räume, wo riesige Weinfässer lagerten. Siehe da, einer der Holzgefäße war undicht. Was war die Folge? Dieses Gewässer wurde sozusagen in Wein verwandelt. Immer wieder versuchte Herr Wichtel seines Männleins zur Vernunft zu bringen. Sie waren derartig beschwippst und beduselt. Da war guter Rat teuer; wie sollte man sich bei der lauten Gesellschaft Gehör verschaffen? Nach und nach stellte sich bei allen Waldmenschen Erschöpfung ein. Sie konnten sich nicht mehr auf ihren Beinchen halten, fielen wie Plumpsäcke auf den weichen Waldboden und schliefen sogleich ein.

Am nächsten Tag, so um die Mittagsstunde, versuchte Herr Wichtel die trunkenen Gesellen zu wecken. Das Aufstehen fiel ihnen sehr schwer. In ihren Köpfchen rauschte, hämmerte und brummte es. Nur Herr Wichtel fühlte sich einigermaßen wohl. Er erklärte allen was geschehen war. Dabei schmunzelte er und meinte: „Manches Mal tappen wir in etwas hinein, wofür wir nichts können. Also erholt Euch erst einmal. Morgen geht es weiter.“ Miti und Giti machten einen Spaziergang durch den Fichtenwald, um nach Tieren und Pflanzen Ausschau zu halten. Titi und sein kleiner Bruder Max schlossen sich der Wanderung an.

Gefangennahme des Zwergenlehrers durch Pilzsammler.

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