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Max hat Probleme und Besuch vom Mars

50. Folge: Max hat Probleme und Besuch vom Mars

Titi, Miti und Max waren schon sehr früh wach. Sie reckten und streckten sich. Nur einen Spaltbreit öffneten sie ihre winzigen Augenlider, denn das Sonnenlicht blendete sie. Die Regentropfen auf Blüten und Pflanzen schimmerten klar und rein wie Kristalle. Es war, als hätte Mutter Natur die Schokoladenseite ihres Gesichtes gezeigt, so herrlich war der beginnende Tag.

Mäxchen war voller Tatendrang und verstand nicht, wie man einen so schönen Tag verschlafen konnte. Darum musste er etwas unternehmen. Er krabbelte auf allen Vieren zu den schlafenden Wichtelkindern und versuchte sie wach zu rütteln. Es war nicht die sanfte Art, die Lisas Bruder anwendete. Wer mag schon im Schlaf an den Beinen gezogen, gekniffen oder gekitzelt werden? Schlaftrunken öffnete Lisa ihre Augen und brummte: „Was ist los? Ist etwas passiert?“ „Mich aus meinen herrlichen Träumen zu reißen, das ist gemein.“ „Nichts ist los“, entgegnete Max, „ich möchte mit dir über ein Problem sprechen, das mich seit einiger Zeit beschäftigt.“ „Und das wäre?“, wollte seine Schwester wissen. „Gibt es ein glückliches Land, wo die Menschen friedlich miteinander leben, wo kein Krieg stattfindet, wo man wie im Paradies lebt?“ „Maxilein, das glückliche Land wirst du nirgendwo auf unserem Globus finden.“ „Warum denn nicht?“, war seine nächste Frage. „Mach dir nicht so viele unnötige Gedanken. Du bist nicht stark genug, ständig über Dinge zu grübeln, denen du nicht gewachsen bist. Sei guten Mutes, dann ist die Welt für dich in Ordnung. Du musst dich damit abfinden, was auf der Welt geschieht. Ändern kannst du zur Zeit nichts.“ „Du hast recht, ich bin ja nur ein winziges Bisschen mit wenig Gehirn. Ach, was rede ich für einen Unsinn“, und schmunzelte. „Jetzt gefällst du mir wieder, du Racker, ich war in Sorge um dich“, gab Lisa erleichtert zu. Gemeinsam liefen sie zu den anderen Zwergen, die sich inzwischen vor der Laube versammelt hatten.

Gleich nach Sonnenaufgang hatten Frau Wichtele und Herr Wichtel Kräuter für das Frühstück ihres Volkes gesammelt. Die Pflanzen schichteten sie auf ein Bänkchen. So konnte sich jeder Zwerg eine Portion davon nehmen. Zwischendurch erfrischten sie ihre trocknen Kehlen mit Tautropfen. Susi und der Gärtner brauten sich einen starken Kaffee, in dem fast der Löffel stecken blieb. Dazu gab es frische Brötchen und Rühreier. Hm, das war ein Frühstück. Mitti schluckte gerade seinen letzten Bissen hinunter als er etwas Ungewöhnliches hinter dem Zaun beobachtete. Zwei untersetzte grünliche Männchen schlichen in geduckter Haltung am Garten vorbei. „Eigenartig“, dachte er, „meine Sinne täuschen mich nicht, ich sehe doch diese Gestalten“, und stupste Gitti. „Siehst du dort drüben die seltsamen Typen?“, fragte er sie. „Wo?“, antwortete sie. Da deutete Miti mit dem Finger in die Richtung, wo er die Grünlinge gesehen hatte. „Oh, das sind Marsmännchen“, stellt sie fest, „was haben die vor?“ „Psst, sprich nicht so laut. Man sagt ihnen nach, dass sie sadistisch und extrem boshaft sind.“ „Quatsch“, erwiderte Gitti, „das glaube ich nicht. Es ist nur eine Vermutung. Hat denn je ein Mensch mit ihnen gesprochen? Niemand kennt ihre Sprache. Ich gehe zu ihnen hin.“ „Das lässt du mal schön bleiben“, flüsterte Miti ihr zu. „Guck mal, wie viele Pfeile die in ihren Köchern stecken haben. Das sind gewiss keine Friedenspfeifen.“ Mäxchen war neugierig geworden und eilte zu dem Geschwisterpärchen. Sofort erfasste er, was dort ablief. „Mir scheint, die Außerirdischen wollen unseren Planeten auskundschaften. Am besten wir bleiben in Ihrer Nähe.“ Die Marsianer schnatterten wie die Gänse. Sie watschelten wie die Gänse. Dauernd schauten sie sich um und als ein Reh plötzlich aus dem Gebüsch sprang, erstarrte das grüne Blut in ihren Adern. Hinter einem Baumstumpf suchten sie Schutz und tappten unversehens in einen zwei Meter hohen Ameisenbau, der am Rande eines dichten Tannenwaldes lag. In Windeseile waren die Ameisensoldaten zur Stelle und verteidigten ihre Kolonie. Mit ihren scharfen Kieferzangen bissen sie tiefe Wunden in die Haut der Marsmännchen und spritzten hochprozentige Ameisensäure hinein. Die Auswirkung kann man sich vorstellen: Die Wunden brannten fürchterlich. Mit solchen Attacken hatten die schlitzäugigen Bewohner des „Roten Planeten“ nicht gerechnet. In panischer Flucht stürzten sie davon als sei der Teufel leibhaftig hinter ihnen her. Erschöpft und außer Atem erreichten sie ihr Raumschiff, griffen hastig an einer am Flugobjekt befestigten Leiter und hangelten sich daran hoch, um eine Luke zu öffnen. Dabei verlor einer der Marsianer das Gleichgewicht und rutschte nach unten. Im Handumdrehen stand er wieder auf den Beinen. Ganz schnell kletterten die Zwei in das Innere des Flugobjektes, verriegelten die Tür. Aber diese Insekten verlassen ihr Umfeld nicht. Nur innerhalb ihres Reviers wird jeder Feind sofort aggressiv angegriffen. „He, Kumpel, wir brauchen uns nicht zu verstecken, wir haben doch unsere Tarnkappen“, sage Max. Von nun an wurden die verkappten Lausebengels dreister und rückten den verängstigten Außerirdischen ganz dicht auf die Pelle.

Die Zwergenkinder begeben sich in Gefahr.

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