Archive for » Februar, 2011 «

Vögel fallen tot vom Himmel – unverhoffter Besuch

52. Folge: Vögel fallen tot vom Himmel – unverhoffter Besuch

Vor der Gartenlaube versammelte sich der Trupp zu einer gemütlichen Runde. Zur selben Zeit hörten sie ungleichmäßige Flügelschläge und lautes aufgeregtes Zetern. Alle sahen nach oben von woher die Geräusche kamen. Ein Schwarm schwarzer Vögel flog von Westen her auf die Gartenlaube zu. Sie schienen nicht mehr imstande, sich in der Luft halten und stürzten leblos zu Boden. Die Wichtelkinder waren über dieses schreckliche Schauspiel entsetzt und wollten die Ursache wissen. Gitti war so erschüttert, dass sie stotterte und ihr Vater nicht den Zusammenhang ihrer Worte verstand. Da mischte sich ihr Bruder ein und sprach im Klartext: „Vater, Gitti ist schockiert. Sie begreift nicht, warum so viele Vögel tot vom Himmel fallen.“ „Das weiß ich auch nicht. Ich vermute, die Menschen verspritzen auf den Feldern zu viel Insektengifte und Pflanzenschutzmittel. Die in der freien Natur lebenden Tiere sind auf Insekten und Kleintiere angewiesen. Wird das Getier durch chemische Mittel bekämpft, geht es zugrunde. Überdies sterben im Frühjahr massenhaft Vögel an Infektionskrankheiten, weil die Futterstellen nicht ordentlich sauber gehalten werden. Das ist eine traurige Tatsache. Überall greift der Mensch in die Natur ein und zerstört das Gleichgewicht, nur weil er den Ertrag steigern will.“

Lisa und all die anderen waren erbost, als sie vom Zwergenlehrer erfuhren, dass es Leute gibt, die sogar das Wetter beeinflussen möchten. Die Erde sei zu warm, behaupten sie. Deshalb müsse sie durch chemische Einflüsse abgekühlt werden. Flieger werden in die Erdumlaufbahn geschickt und verteilen die getankte Flüssigkeit, die unter anderem Barium, Strontium und Aluminium enthält, in die Atmosphäre. Es entstehen lange, sichtbar weiße Streifen, die sich allmählich verbreitern und den Himmel bewölken. Nach einer gewissen Zeit ziehen dicke graue Wolken auf, die je nach Jahreszeit Schnee oder Regen abgeben und das gefährliche Gemisch wieder zurück auf die Erde bringen. Dadurch wird der Ph-Wert des Bodens verändert. Jedes Lebewesen, jede Pflanze nimmt die schädlichen Stoffe, die eine biologische Veränderung hervorrufen können, auf. „Woher weißt du das?“, wurde das Schulmeisterlein gefragt. „Ja, wenn Wanderer Rast machen, schleiche ich mich heran und höre zu, was sie sich erzählen. Zufällig hatten sie das Thema Umweltverschmutzung drauf. Sie waren genauso empört wie wir, dass man auf diese Weise jedes Leben auf der Erde verändert.“ „Wie kann man so etwas aufhalten? So rücksichtslos können doch die Erdbewohner nicht sein? „Wisst ihr was wir tun? Wir versuchen Kontakt mit den Alien aufzunehmen“, schlug der Wichtellehrer vor, „den Menschen wird eh‘ weiß gemacht, dass die Außerirdischen mit ihren UFOs beständig unseren Planeten beobachten würden. Deshalb wollen wir mit ihnen sprechen. Auch glaube ich nicht, dass sie vorhaben, die Bewohner der Erde anzugreifen und zu vernichten! “Die Zwerge waren ganz niedergeschlagen und traurig. Auch der Gärtner konnte es nicht fassen, dass es Leute auf der Welt gibt, die mit aller Macht versuchen, die Gesetze der Natur zu durchbrechen. Damit die allgemeine Stimmung sich nicht noch mehr verschlechterte, machte er folgenden Vorschlag: „Wir werden jetzt aufstehen, tief Luft holen und die Seele baumeln lassen, damit wir nicht trübsinnig werden. Ungeachtet dessen, Sonne und Mond sind noch nicht untergegangen. Es gibt noch Tag und Nacht und die Erde dreht sich noch um ihre Achse. Dennoch wollen wir dieses Thema nicht als erledigt betrachten.“ Es war für alle nicht leicht, ihre Gemütsverfassung sogleich zu ändern.

Die Sonne hatte das letzte Achtel ihres Tagbogens erreicht, als man eilige Schritte auf der Straße näher kommen hörte. Die Zwerge legten sich lauschend auf den Boden. „Es müssen mindestens zwei Leute unterwegs sein“, stellte einer der Wichtels fest, „Was suchen die hier in der Dämmerung?“ „Bestimmt keine Beeren“, war die Antwort eines anderen Zwerges. „Da schaut mal genau hin, das ist doch Susi!“, rief Lisa. Alle drehten sich neugierig um und waren außer sich vor Freude, dass Susi urplötzlich in Begleitung ihrer Mutter auftauchte. Das Mäxchen sprang von seinem Platz auf und rannte den Beiden entgegen. Er wollte unbedingt der erste sein, der sie begrüßte. Dabei stolperte er über seine Füße und wäre glatt auf dem Boden gelandet, hätte Susis Mutter ihn nicht aufgefangen und auf den Arm genommen. „Das hast du davon, wenn du so stürmisch bist. Es ist ja nochmal gut ausgegangen“, meinte sie.
Der Gärtner und das Waldvölkchen hatten sich erhoben, um Mutter und Tochter einen herzlichen Empfang zu bereiten, denn dieser Besuch war eine Überraschung. Susis Mutter war zu Tränen gerührt als sie Lisa ihren Dank für ihren selbstlosen Einsatz bei der Rettung ihrer Tochter aussprach. „Tagelang habe ich geweint“, erzählte sie weiter, „und habe jedes Versteck, das ich kannte, durchsucht und keine Spur von ihr entdeckt. Wie konnte ich wissen, dass sie verzaubert ist?“ „Ja“, entgegnete der Gärtner, „an der Stelle, wo deine Tochter Beeren pflücken wollte, beginnt der Zauberwald. Hier flitzen böse Kobolde herum. Ein jeder, der in ihre Fänge gerät, wird nicht mehr los gelassen. Es sei denn, er spitzt seine Ohren, wenn sie um Mitternacht ihre verrückten Tänze aufführen und ihre Namen nennen. Dabei erfährt man das Kennwort für die Entzauberung.“

Der große Abschied und der grässliche Geist aus der Flasche.

408313563f2864bcf91ea759bbac414c8888888888888888888888888