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Die gewaltbereiten Marsianer

54. Folge: Die gewaltbereiten Marsianer

Die Alien hatten schon damit gerechnet, dass diese streitsüchtigen Typen vom roten Planeten das nicht so einfach hinnahmen und blieben wachsam, denn die Marsianer beschuldigten die Aliens, willentlich die Katastrophe herbei geführt zu haben. Nun war es Zeit für das Waldvölkchen, sich einzumischen. Die Zwerge krochen aus ihren Schlupflöchern. Sie hatten vorsorglich ihre Tarnkappen aufgesetzt und riefen den Höhlengeist Marabuli, damit die Streithähne durch seinen Zauberspruch zur Vernunft gebracht werden. Laut zischend tauchte er sogleich zwischen den Bäumen auf und stellte sich vor die Außerirdischen. Jetzt wurde es spannend, denn Marabuli hatte wieder einmal sein Sprüchlein aus dem Gedächtnis verloren. Oder wurde er diesmal von den Fremdlingen hypnotisiert? Das war eine verfängliche Situation, der Waldgeist sollte doch eingreifen! Da schaltete sich Herr Wichtel ein und rettete durch sein schnelles Handeln die peinliche Lage. Er ging geradewegs auf die beiden Widersacher zu, fuchtelte mit den Armen in der Luft herum, um anzudeuten, dass hier auf unseren Globus Außerirdische keinen Kampf untereinander austragen dürfen. Es sei ein ungeschriebenes Gesetz. Wie schon erwähnt, Vater Zwerg hatte die besondere Gabe, alle Sprachen auf der Welt zu verstehen, auch die von den Planetenbürgern. Allerdings konnte er nicht in der jeweiligen Sprache antworten. Dafür fehlte ihm der Wortschatz.#

Der mutige Auftritt eines so kleinen Kerlchens verwirrte die zänkischen Marsmenschen. Vor lauter Nervosität ließen sie ihre Waffen fallen. Als daraufhin noch die anderen Zwerge sich zeigten, glaubten sie in eine Falle geraten zu sein und wollten sich verduften. Aber wohin? Zu allem Unglück waren ihre Schutzanzüge durch den Aufprall beschädigt worden. Durch den Druck der eindringenden Erdatmosphäre erlahmten ihre Gliedmaßen, sodass ein Entkommen schier unmöglich war. Die Feiglinge, die sich sonst jedem mutig in den Weg stellten, zitterten wie Espenlaub. Marabuli kam unterdessen sein Hokuspokus wieder in den Sinn. Er machte die Marsmenschen willfährig. Schweigend folgten sie den strengen Anweisungen. Das Zwergenoberhaupt erklärte ihnen, dass sie nichts zu befürchten brauchten. Sie könnten, solange sie friedlich miteinander umgehen, hier auf der Erde bleiben. Andernfalls bleiben sie im Banne der Zauberei, bis Hilfe aus dem Weltraum käme. „Ach, ist das kompliziert denen durch Zeichensprache anzudeuten, wie sie sich verhalten sollen. Man meint es doch nur gut mit ihnen“, meinte der Wichtelvater. „Und doch schauen sie einem feindlich an.“

Kaltes Grausen packte die fremden Wesen aus dem All, als sie ein Geräusch von Schritten vernahmen. „Krg, grogk, mä, totata? (Was ist das?)“, kraza, kreza, kriza, krozu“ (Hör noch einmal genau hin.), versuchte der Marsmensch durch Handzeichen zu erläutern, „kritzi, kratza,“(das sind Außerirdische, heißt das). „Anscheinend werdet ihr gesucht“, sagte Miti, „harren wir der Dinge, die da kommen werden, es wird interessant.“ Alle schauten erwartungsvoll in Richtung auf ein gerodetes Stück Waldland und erblickten mehrere grünliche Gestalten. Rebellisch war ihr Auftritt. Ihre Gesichter wurden leichenblass beim Anblick ihres zerstörten Flugobjekts. Doch zuvor holten die Marsmenschen erst mal die mit einer flüssigen Speziallösung gefüllten Blechdosen aus ihren Rucksäcken und sprühten diese über die Schutzanzüge ihrer Leute, um die undichten Stellen zu schließen, gleichgültig, ob die Flora davon etwas ab bekam oder nicht. Das war zuviel des Guten. Der Geist Marabuli sprach böse magische Worte vor sich hin. Die Marsianer wurden hochgewirbelt und derartig durchgeschüttelt, dass sie froh waren, wieder unbeschadet auf dem weichen Waldboden gelandet zu sein. Sie erhoben sich und verließen hastig die Unfallstelle. Alle waren erleichtert. Aber nicht lange. Denn die Marsmenschen änderten ihren Plan und kamen zurück. „Was haben die vor?“, fragte Herr Wichtel, „die werden uns doch nicht den Wald anzünden. Das wäre unser Untergang, wo sollten wir Schutz finden?“ „Solche Gedanken musst du dir aus dem Kopf schlagen“, meinte der Wichtellehrer, „denen geht es um etwas ganz anderes. Sie wollen ein zerstörtes UFO nicht zurücklassen. Schau mal, die grünen Typen klettern in das Flugobjekt.“ Es dauerte nur eine kurze Zeit, da erschienen sie wieder und beeilten sich, außer Reichweite zu kommen. „Da stimmt etwas nicht“, rief Vater Wichtel, „am besten, wir verschwinden auf der Stelle, nicht dass uns noch etwas zustößt.“ Dem Wichtelvölkchen kam ein glücklicher Zufall zu Hilfe. Sie fanden bald einen Schutz hinter einem Hügel, von wo aus sie die ganze Gegend überblicken konnten. Sie trauten ihren Augen nicht, als sie sahen, dass das UDO sich in seine Bestandteile auflöste. Nicht mal ein Zipfelchen blieb übrig. Am Ende stiegen feine kleine Wölkchen hoch.

Was geschah nun mit dem Raumschiff der Alien? Sie hatten selbstverständlich ihrer Raumstation auf Zeta Retikuli gemeldet, dass es flugunfähig geworden ist. Daraufhin flogen außerirdische Techniker und Wissenschaftler zur Erde und stellten fest, dass das Ufo wieder herstellbar war.

Der Abschied.

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