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Die neugierigen Trolle

73. Folge: Die neugierigen Trolle

Unversehens hielten sich einige Trolle in Hörweite auf und erfuhren auf diese Weise was unsere Freunde mit ihnen vor hatten. Um denen zuvor zu kommen, blieb den Zwergen nichts anderes übrig als ihre Strategie zu ändern. Ein Waldmäuschen hatte den Aufenthaltsort der boshaften Kobolde ausgekundschaftet und verständigte Herrn Wichtel.

Sie waren sich einig, die Gegend, wo sie sich gewöhnlich aufhielten, durch Ratten und Mäuse abzuriegeln, damit keiner von den Trollen sich heimlich entfernen kann. Weiter schien es ratsam, zu überlegen, ob durch Ansammlung von Tieren Füchse und Marder herbei gelockt werden könnten. Marabuli sollte sie einnebeln, damit die Nager unsichtbar und geschützt bleiben.

Jetzt hieß es Tempo vorlegen, denn die Wichtels wollten unbedingt den Trollen zuvor kommen. Diese Teufelskerle gaben nicht auf und schickten abermalig einen Horcher in die Nähe des Zwergenclans. Er hörte ganz deutlich, was sie besprachen. Gerade, als er sich aus dem Staube machen wollte, ertappten ihn Max und Miti. Sie zogen ihn unter dem Gestrüpp hervor und drehten die Arme auf seinen Rücken. Als er zu schreien anfing, stopften sie ihm Wiesenschaumkraut in den Mund. Mit viel Anstrengung wurde er über den Waldboden geschleift und dem Schullehrer übergeben. „So erzähle mal, was du hier bei uns suchst und wer schickte dich hier her“?, wollte man von ihm wissen. Oh, darauf gab er keine Antwort. „Max“, rief der Zwergenlehrer, nimm ihm das Waldkraut aus dem Mund,“ und drohte:„Wir wissen, dass ihr Trolle nicht schwindelfrei seid. Wir rufen den Uhu. Der nimmt dich zwischen seine Flügel und fliegt mit dir auf die Spitze eines Baumes.“ „Nein, nein, tu das nicht“, brüllte er, „das ist schuftig.“ Seine Stimme hallte durch den dichten Wald, so dass etliche Trolle, neugierig aufhorchten. „Oder sollen wir die Außerirdischen rufen, dass sie euch auf Nimmerwiedersehen zu einem Weltraumflug mitnehmen?“ fragte er weiter. „Es bleiben noch andere Möglichkeiten!“

Miti und Max sollen aufpassen.

Marabuli trifft die Sternenfee

72. Folge: Marabuli trifft die Sternenfee

„Und warum hast du als Geist nicht deine Künste angewendet ?“, wollte das Zwergenoberhaupt wissen. „Ja, die bösen Trolle, die unter den Büschen auf der Lauer lagen, haben mir meine Kraft genommen“, hielt er kleinlaut dagegen. „Komm, keine dummen Ausreden. Als Geist hast du genügend Kraft, diese teuflischen Dämonen zu bändigen. Warum wendest du sie nicht an ? Wir sind von dir enttäuscht.“ Darauf fiel die neblige Erscheinung in sich zusammen. „Komm, erhebe dich und lasse diesen Unsinn,“ sagte der Zwergenvater, „wir werden versuchen diese bösartigen Gestalten zur Vernunft zu bringen. Die Kerle dürfen nicht machen, was sie wollen“. Da kam Marabuli wieder zu sich.

„Heute Nacht habe ich die Sternenfee am Himmel gesehen“, erzählte Marabuli, um ein anderes Thema anzusprechen, „ sie lächelte vor sich hin und war glücklicher als ein Engel. Als sie mich bemerkte, wollte sie fliehen, Ich zog sie geschwind in meinen Bann. Sie krümmte sich als sei sie in ein Spinnennetz geraten. Ihr Körper funkelte und blitzte. Um sie herum tanzten Schneeflocken. Kamen diese mit dem himmlischen Geschöpf in Berührung, tauten sie auf“. „Siehst du, das hättest du genauso bei den Trollen machen sollen“, unterbrach der Schulmeister ihn. „Das ist wahr“, entgegnete Marabuli, „es gelang mir nicht, gegen diese Unholde an zu gehen.“ „Wir müssen mit ihnen sprechen,“ überlegte der Zwergenlehrer, „Vielleicht wäre das die Möglichkeit sie einsichtig zu machen.. Ihr wisst alle, wie dumm Trolle sind. Sie lassen sich aufhetzen, wenn sie dafür Nahrung umsonst bekommen, weil sie zu faul sind, welche selbst zu suchen. Wer diese Wirrköpfe im Griff hat, das heraus zu finden, wäre sehr wichtig“.

Die neugierigen Trolle.

Marabuli ist entsetzt

71. Folge: Marabuli ist entsetzt

Endlich fanden die kleinen Kerlchen eine Stelle, wo sie ein paar Tage bleiben und sich ein wenig erholen konnten. Genug Kräuter wie Huflattich, Bärlauch, Beinwell wuchsen hier und ihren Durst konnten sie an einem kleinen Bach nahebei löschen. Steinpilze und Pfifferlinge schossen nur so aus dem Boden – es war September -. Ihre Nahrung war also gedeckt. Sie legten sich auf den Rücken, streckten ihre Ärmchen aus und pflückten die Pflanzen. Die kleinen Racker sperrten einfach ihre Mäulchen auf. Die lieben Eltern fütterten sie. Waren sie satt, schliefen sie ein.

Als die erwachsenen Zwerge unter sich waren, debattierten sie über alle möglichen Dinge oder Erlebnisse, die sich ereigneten.
Sie alle hatten sich gemütlich zu einer Runde zusammen gesetzt, da erschien Marabuli. Völlig aufgelöst erzählte er von einer Begebenheit, die er vor kurzem erlebte.

Zehn Männer seien in den Wald gekommen, hätten Motorsägen von einem LKW geholt. „Von meinem Versteck aus“, berichtete er weiter, „ konnte ich sehen, als mit einem Gewehr bewaffneter Mann auf Bäume deutete, die gefällt werden sollten. Die Behörde wollte dort eine Verbindungsstraße anlegen, um den Verkehr um den Ort zu leiten. Dies war überhaupt nicht notwendig, weil schon eine Ortsumgehung bestand. Der zuständige Leiter wurde per Smartphone gerufen. Inzwischen kamen immer mehr Menschen hinzu. Einige Männer ließen sich an die Bäume anketten, um das Vorhaben zu stoppen. Als der verantwortliche Chef eintraf, versuchte er die aufgebrachte Menge durch Argumente zu beruhigen, was ihm nicht gelang. Selbst die Ordnungshüter waren nicht in der Lage zu schlichten. Auf Grund dessen wurde das Projekt erst mal abgebrochen.

Marabuli trifft die Sternenfee

Der Mensch beeinflusst die Natur

70. Folge: Der Mensch beeinflusst die Natur

Der Mensch hat, um luxuriös leben zu können, radikal in die Natur eingegriffen. Bäume, die das sintflutartige Regenwasser mit ihren riesigen Wurzeln aufhalten können, werden sinnlos gefällt. Was geschieht dadurch ? Die Regenfälle verwandeln sich in Sturzbäche, die alles mitreißen, was im Weg liegt. Wildwachsende Kräuter und Pflanzen verschwinden im Wassergefälle, so dass das Wild gezwungen ist, in trockenere Gebiete zu ziehen, um dort Nahrung zu finden.

So auch die Wichtelleute. Wegen ihres kleinen Wuchses hatten sie Mühe und Last den gewaltigen Flutmassen auszuweichen. Mit äußerster Anstrengung erreichten sie trockenen Fußes einen gegenüber liegenden Hügel. Gerade wollten sie sich hinsetzen, um ein wenig auszuruhen, als ein Blitz in eine Buche (Buchen bei Gewitter nicht aufsuchen !!) einschlug. Der Baum brach auseinander und brannte lichterloh. Die Funken sprangen auf Büsche und Bäume über. Da nahmen die älteren Zwerge ihre Kinder huckepack und rannten in der Tat um ihr Leben.

Vor allem im Unterholz lauern Gefahren: Die Kleinen kommen schon mal durch Nachlaufen beim Spielen vom Weg ab und verfangen sich im Gestrüpp oder verletzen sich an dornigen Büschen. Für Wölfe, Ratten, Kreuzottern, und auch aus der Luft die Raubvögel wie Adler, Bussard sind sie ein gefundenes Fressen. Überhaupt – damit das nicht passiert, tarnen sie sich; Schutz bieten ihnen zudem Höhlen, wo sie schnell hinein verschwinden können, wenn es brenzlich wird.

Marabuli ist entsetzt

Max beobachtet einen Spaziergänger

69. Folge: Max beobachtet einen Spaziergänger

Max, genauso vorwitzig wie Miti, schaute in eine andere Richtung und beobachtete einen Spaziergänger, der mit einem Smartphone, das er ständig anstarrte, durch die Gegend lief. Da rief er dem Zwergenlehrer zu: „Was macht der denn?“ „Wer?“, antwortete der Schulmeister irritiert und drehte sich um. Kopfschüttelnd meinte er: „Es ist doch nicht zu fassen, wie die Menschen sich durch Handyspiele beeinflussen lassen. Dadurch nehmen sie gar nicht mehr ihre Umgebung wahr, ihre reale Welt verschwimmt mit der virtuellen.“

„Ja, was tun die damit?“, Mäxchen wurde ungeduldig, weil der Lehrer nicht direkt auf seine Frage einging. „Die Technik erfasst die Menschen immer mehr. Sie können nicht mehr eigens denken und blicken starr auf ihre Geräte…“ Da schrie Max und stampfte mit dem Fuß auf: „Ich will wissen, was der Junge macht.“ Der Zwergenlehrer erläuterte ihm daraufhin, dass das Spiel Pokemon-GO hieße. „Also du stellst das Handy darauf ein und versuchst an verschiedenen Orten bzw. Stellen Punkte zu sammeln. Du kannst auch für Beträge zwischen 9 Cent und 99 Euro schneller Punkte einheimsen. „Für mich kein interessantes Spiel. Nur durch die Gegend laufen und auf den Apparat glotzen… und auf Gewinn zu setzen, und es kann zur Sucht werden,“folgerte Max. „Leider ist es so. Nicht wenige Menschen werden deswegen abgelenkt und achten nicht mehr auf den Verkehr. Sie laufen zum Beispiel einfach über die Straße und werden von Autofahrern zu spät erkannt“, erklärte der Lehrer, „das heißt mit anderen Worten: Jeder Verkehrsteilnehmer sollte aufpassen und Unfälle vermeiden.“

Es währte nicht lange, da kam die Hasenmutter an gehoppelt. Zärtlich legte sie ihre Vorderpfoten auf das Junge und hielt es lieb.

Der Mensch beeinflusst die Natur.

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