Die Geschichte von kleinen Waldmenschen

Fantasygeschichte von Renate Bertram (* 09.05.1935 - † 04.10.2018)

Max beobachtet einen Spaziergänger

69. Folge: Max beobachtet einen Spaziergänger

Max, genauso vorwitzig wie Miti, schaute in eine andere Richtung und beobachtete einen Spaziergänger, der mit einem Smartphone, das er ständig anstarrte, durch die Gegend lief. Da rief er dem Zwergenlehrer zu: „Was macht der denn?“ „Wer?“, antwortete der Schulmeister irritiert und drehte sich um. Kopfschüttelnd meinte er: „Es ist doch nicht zu fassen, wie die Menschen sich durch Handyspiele beeinflussen lassen. Dadurch nehmen sie gar nicht mehr ihre Umgebung wahr, ihre reale Welt verschwimmt mit der virtuellen.“

„Ja, was tun die damit?“, Mäxchen wurde ungeduldig, weil der Lehrer nicht direkt auf seine Frage einging. „Die Technik erfasst die Menschen immer mehr. Sie können nicht mehr eigens denken und blicken starr auf ihre Geräte…“ Da schrie Max und stampfte mit dem Fuß auf: „Ich will wissen, was der Junge macht.“ Der Zwergenlehrer erläuterte ihm daraufhin, dass das Spiel Pokemon-GO hieße. „Also du stellst das Handy darauf ein und versuchst an verschiedenen Orten bzw. Stellen Punkte zu sammeln. Du kannst auch für Beträge zwischen 9 Cent und 99 Euro schneller Punkte einheimsen. „Für mich kein interessantes Spiel. Nur durch die Gegend laufen und auf den Apparat glotzen… und auf Gewinn zu setzen, und es kann zur Sucht werden,“folgerte Max. „Leider ist es so. Nicht wenige Menschen werden deswegen abgelenkt und achten nicht mehr auf den Verkehr. Sie laufen zum Beispiel einfach über die Straße und werden von Autofahrern zu spät erkannt“, erklärte der Lehrer, „das heißt mit anderen Worten: Jeder Verkehrsteilnehmer sollte aufpassen und Unfälle vermeiden.“

Es währte nicht lange, da kam die Hasenmutter an gehoppelt. Zärtlich legte sie ihre Vorderpfoten auf das Junge und hielt es lieb.

Der Mensch beeinflusst die Natur.

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