Der Mensch beeinflusst die Natur

70. Folge: Der Mensch beeinflusst die Natur

Der Mensch hat, um luxuriös leben zu können, radikal in die Natur eingegriffen. Bäume, die das sintflutartige Regenwasser mit ihren riesigen Wurzeln aufhalten können, werden sinnlos gefällt. Was geschieht dadurch ? Die Regenfälle verwandeln sich in Sturzbäche, die alles mitreißen, was im Weg liegt. Wildwachsende Kräuter und Pflanzen verschwinden im Wassergefälle, so dass das Wild gezwungen ist, in trockenere Gebiete zu ziehen, um dort Nahrung zu finden.

So auch die Wichtelleute. Wegen ihres kleinen Wuchses hatten sie Mühe und Last den gewaltigen Flutmassen auszuweichen. Mit äußerster Anstrengung erreichten sie trockenen Fußes einen gegenüber liegenden Hügel. Gerade wollten sie sich hinsetzen, um ein wenig auszuruhen, als ein Blitz in eine Buche (Buchen bei Gewitter nicht aufsuchen !!) einschlug. Der Baum brach auseinander und brannte lichterloh. Die Funken sprangen auf Büsche und Bäume über. Da nahmen die älteren Zwerge ihre Kinder huckepack und rannten in der Tat um ihr Leben.

Vor allem im Unterholz lauern Gefahren: Die Kleinen kommen schon mal durch Nachlaufen beim Spielen vom Weg ab und verfangen sich im Gestrüpp oder verletzen sich an dornigen Büschen. Für Wölfe, Ratten, Kreuzottern, und auch aus der Luft die Raubvögel wie Adler, Bussard sind sie ein gefundenes Fressen. Überhaupt – damit das nicht passiert, tarnen sie sich; Schutz bieten ihnen zudem Höhlen, wo sie schnell hinein verschwinden können, wenn es brenzlich wird.

Marabuli ist entsetzt

Max beobachtet einen Spaziergänger

69. Folge: Max beobachtet einen Spaziergänger

Max, genauso vorwitzig wie Miti, schaute in eine andere Richtung und beobachtete einen Spaziergänger, der mit einem Smartphone, das er ständig anstarrte, durch die Gegend lief. Da rief er dem Zwergenlehrer zu: „Was macht der denn?“ „Wer?“, antwortete der Schulmeister irritiert und drehte sich um. Kopfschüttelnd meinte er: „Es ist doch nicht zu fassen, wie die Menschen sich durch Handyspiele beeinflussen lassen. Dadurch nehmen sie gar nicht mehr ihre Umgebung wahr, ihre reale Welt verschwimmt mit der virtuellen.“

„Ja, was tun die damit?“, Mäxchen wurde ungeduldig, weil der Lehrer nicht direkt auf seine Frage einging. „Die Technik erfasst die Menschen immer mehr. Sie können nicht mehr eigens denken und blicken starr auf ihre Geräte…“ Da schrie Max und stampfte mit dem Fuß auf: „Ich will wissen, was der Junge macht.“ Der Zwergenlehrer erläuterte ihm daraufhin, dass das Spiel Pokemon-GO hieße. „Also du stellst das Handy darauf ein und versuchst an verschiedenen Orten bzw. Stellen Punkte zu sammeln. Du kannst auch für Beträge zwischen 9 Cent und 99 Euro schneller Punkte einheimsen. „Für mich kein interessantes Spiel. Nur durch die Gegend laufen und auf den Apparat glotzen… und auf Gewinn zu setzen, und es kann zur Sucht werden,“folgerte Max. „Leider ist es so. Nicht wenige Menschen werden deswegen abgelenkt und achten nicht mehr auf den Verkehr. Sie laufen zum Beispiel einfach über die Straße und werden von Autofahrern zu spät erkannt“, erklärte der Lehrer, „das heißt mit anderen Worten: Jeder Verkehrsteilnehmer sollte aufpassen und Unfälle vermeiden.“

Es währte nicht lange, da kam die Hasenmutter an gehoppelt. Zärtlich legte sie ihre Vorderpfoten auf das Junge und hielt es lieb.

Der Mensch beeinflusst die Natur.

Das sorglose Häslein

68. Folge: Das sorglose Häslein

In der Ferne hörte man Polizeisirenen. „Du wirst schon gesucht, und da meinst du, deine Eltern hätten dich nicht lieb ?“, äußerte sich dazu der Zwergenvater, „wir alle begleiten dich bis in die Gegend, wo du wohnst.“ „Wer seid ihr ?“ wollte das kleine Mädchen wissen. „Wir sind die Leute, die im Wald zu Hause sind . So, los jetzt.“ Vor dem Wohnhaus stand die Mutter und schaute sich ungeduldig nach allen Seiten um. Plötzlich sah sie ihr Töchterchen, flitzte zu ihm hin und nahm es in die Arme. „Du hast uns ganz schön erschreckt. Aber vergessen wir das Ganze. Wichtig ist, dass du wieder bei uns bist.“

Die Zwerge haben sich zurückgezogen. Die Mutter hatte vor lauter Glück nicht wahrgenommen, wer das Kind zurück brachte. Sie machten sich ganz schnell unsichtbar und liefen zu ihren Freunden in den Wald zurück.

Miti vorne dran. Dabei stolperte er über ein Hasenkind. „Was machst du denn hier“, wollte er wissen. „Du bist leichtsinnig. So ganz allein auf weiter Flur? Wo sind die anderen Hasen ? Pass mal auf: Du bleibst so lange in unserer Obhut bis wir deine Familie gefunden haben, damit du nicht einem Raubtier in die Fänge gerätst.“ Alle Wichtels waren mit dem Vorschlag von Miti einverstanden. Lisa, die älteste Tochter von Frau Wichtele, fand das kleine Hasenkind zu goldig und knuddelte es bis zum geht nicht mehr. Soviel übertriebene Liebkosungen mochte es nicht und zappelte unentwegt bis Lisa es los ließ. Wie erst befürchtet, ergriff das junge Tier nicht die Flucht, sondern blieb bei den Zwergen, die quasi einen Schutzwall um ihn herum gebildet hatten.

Max beobachtet einen Spaziergänger

Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen

67. Folge: Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen

Nun, zum Glück hielt die Kälte nicht lange an und die Temperaturen stiegen sogar bis auf 11°. Schneeglöckchen und Märzenbecher blühten schon seit einigen Tagen. Auch Bäume und Sträucher setzten Knospen an, die ein späterer Maienfrost wieder zerstören kann. Dann schafft der Johannistrieb im Juni neues Laub.

Unsere kleinen Lieblinge waren froh, dass das wärmere Wetter der vordringenden Kaltfront Einhalt gebieten konnte. Tagelang, auch in der Nacht, zeigte sich kein einziges Wölkchen am Himmel. Keine Hast war also nötig, eine schützende Unterkunft zu finden. Waren die Kerlchen müde, brauchten sie sich nur unter ein Blätterdach zu legen.

Am anderen Tag beabsichtigten sie ihre Reise fortsetzen, wurden aber durch ein Vorkommnis aufgehalten, das sie berührte: Ein kleines Mädchen saß weinend auf einem Baumstumpf. Die Wichtels eilten zu ihm hin, um zu erfahren, was geschehen war. Unter Tränen gestand das Kind, dass es von zu Hause fort gelaufen sei. Wütend wäre es durch unwegsames Gelände gerannt, hätte nicht aufgepasst wohin der Weg führt und sich verirrt. „Wie lange bist du schon unterwegs ?“, wollten die Waldbewohner wissen. „Seit gestern Abend“, erwiderte es traurig. „Der Wald ist modrig“, sagte Vater Wichtel, „diese Feuchtigkeit verträgt kein Mensch ohne krank zu werden. Deine Eltern machen sich gewiss große Sorgen um dich“. „Nein, nein, das kann nicht sein. Mein Brüderchen wird mehr umsorgt als ich“. „Ach, daher weht der Wind, du glaubst, benachteiligt zu werden“, entgegnete der Zwergenlehrer, „das glaube ich nicht“.

Das sorglose Häslein

Knecht Ruprecht verirrt sich

66. Folge: Knecht Ruprecht verirrt sich

Zu dieser Zeit befand sich Knecht Ruprecht auf seiner Rückreise. In der Dämmerung verirrte er sich und geriet auf den Pfad, der zur alten Hütte führte. Da er Stimmen hörte, hielt er an und schaute hinein. Noch bevor er etwas sagte, entdeckten ihn Max und Miti und riefen: „Seht mal, da kommt Knecht Ruprecht, der den St. Nikolaus in der Weihnachtszeit begleitet.“ „Freut euch nicht zu früh,“ bemerkte der Wichtelvater, „er hat die Rute zwar in seinem Schlitten gelassen, aber, wenn er sein Buch, das er stets in seiner Manteltasche mit sich herum trägt, herausholt und darin liest, dass ihr böse ward, dann gibt es keine Nüsse und Mandeln, die ihr so gern esst.“ „Ja, gutes Männlein, so ist es“, erklärte er, „dennoch will ich Milde walten lassen, weil ich ziemlich gestresst bin. Die zurückliegenden Weihnachtswochen waren sehr anstrengend. Ich musste mit dem schweren Sack auf dem Rücken, gefüllt mit Spielsachen und Süßigkeiten, weite Strecken zurück legen. Kam ich in ein Haus, dann stellte ich fest, dass die Kinder gar nicht so unartig waren, wie es in meinem Buche stand. Allerdings gab es auch welche unter ihnen, denen ich mit der Rute drohen musste, um sie zur Vernunft zu bringen und dann redeten sie, was sie alles angestellt hatten. Ihre Eltern waren darüber so entrüstet, dass ihnen selbst fast die Hand ausrutschte. Ich beschwichtigte sie, denn mit Prügel wird nur Hass erzeugt. Letzt und endlich hören dann die Kinder überhaupt nicht mehr. Ja, über euch Zwergenkinder gibt es keine schandbaren Nachrichten. Deshalb bekommt ihr von mir auch etwas.“ „Danke,“ schrien die Zwergenkinder, „dass du uns etwas mitgebracht hast.“ „Ich kann mich nicht lange bei euch aufhalten, da ich noch eine lange Reise vor mir habe. Bleibt so, wie ihr seid, kämpft weiter für die Gerechtigkeit. Tschüss bis zum nächsten Jahr.“

Knecht Ruprecht verließ die feucht kalte Hütte, schwang zum Abschied seine Peitsche in großem Bogen durch die Luft und verschwand im finsteren Wald.

„Tja“, meinte der stets umsichtige Zwergenvater, „wir kommen nicht umhin recht bald eine wärmere Bleibe zu finden. Wir erstarren sonst noch bei diesem Frost. Auf, auf ihr müden „Hasen.“ Daraufhin sammelten sich die Gänse, bereit zum Flug. Die Zwerge setzten sich auf das weiche und wärmende Gefieder der Vögel. Dynamisch wie Flugzeuge erhoben sich die Gänse und landeten kurze Zeit später auf einer ausgeholzten Stelle im Wald. Hier luden sie die kleinen Waldmenschen ab.

Die Wildgänse flogen sodann nach Südskandinavien weiter und machten dort an einem der Teiche Station.“

Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen, aber ein weinendes Kind – morgen geht es weiter….

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