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Der Abschied

55. Folge: Der Abschied

Sie hämmerten und klopften was das Zeug hielt. Mit Lötkolben wurden Teile, die auseinander gebrochen waren, zusammen geschweißt. Ab und zu flogen kleine Metallteilchen aus den offen stehenden Luken, die sich sofort auflösten, sobald sie mit dem irdischen Boden in Berührung kamen. Ihre Raumanzüge waren aus silbrig glänzendem, weichem Material hergestellt, so dass diese beim Arbeiten kein Hindernis bildeten.

Während die Zwerge gespannt dem zielbewussten Treiben zuschauten, schlich ein Wurzelmännchen unter den verwelkten braunen Blättern her. Das knorrige Kerlchen war sehr vorwitzig und kümmerte sich, wie sein Verwandter im Garten, um alles, was in seinem Umkreis passierte. Max und Lisa hatten ein Rascheln im trockenem Laub wahrgenommen, weil sie abseits standen und blickten in die Richtung, wo das Geräusch her kam. „Pst, pst“, raunte ihnen das Wurzelmännchen zu, „was ist hier los?, wer ist das?“ „Wir erklären dir das später“, antwortete Lisa.

Inzwischen waren die Arbeiten am UFO beendet und das Signal zum Abfliegen wurde gegeben. Die Aliens kletterten in das Flugobjekt. Die Motoren surrten. Alsbald begann es sich vom Boden abzuheben und in die Luft zu steigen. Die Zwerge standen am Waldesrand und schauten dem UFO nach bis es unter dem Horizont verschwunden war. Ja, ein paar Kullertränchen rollten über ihre geröteten Wangen. Insgeheim hofften die Wichtels auf ein Wiedersehen mit den Alien. Wurzelmännchen sah ihre traurigen Augen. Ihm war bewusst, dass er sie in irgendeiner Form ablenken musste. So rief er Frösche, Füchse, Hasen, Rehe, Vögel, also alle Tiere, die im Wald und auf der Wiese lebten, herbei. Sie kamen gerne und bekundeten ihre Verbundenheit mit den Zwergen. Die Nachtigall eröffnete mit einem wohlklingendem ‚tschuk-tschuk-tschuk‘ den musikalischen Reigen. Hinzu gesellten sich die Amseln, Singdrosseln, Kohl-, Blau- und Tannenmeisen, Zilpzalp, Kuckuck und Rotschwänzchen. Sogar die Nestplünderer Elster und Eichelhäher waren dabei und gaben mit ihren ‚tschak-tschak-tschak‘ und piäh-Rufen den Takt an. Sie tirilierten mit solcher Inbrunst, dass Hoch- und Niederwild anfing abwechselnd das rechte, dann das linke Vorderbein im Takt zu heben und zu senken. Ganz kurz taten sie es mit den Hinterläufen, aber nur bei Sechzehntel-Pausen. Einer der Hasen, er nannte sich Meister Lampe, hopste herum wie ein Plumpsack und die Füchse gaben dumpfe Laute von sich. Was taten die Frösche? Sie blähten sich auf und füllten mit ihrem Gequake die musikalischen Pausen aus.

Die Zwerge waren so überrascht. Mit einer solchen Beliebtheit ihrerseits hatten sie nicht gerechnet. Es war Balsam auf ihre traurigen Seelen. Max und Lisa fingen an, sich im Takt der Musik zu bewegen und ließen nicht locker bis alle Wichtels mit machten. Sie reichten sich die Hände, um einen Reigen aufzuführen. Es herrschte eine fröhliche Stimmung. Alle waren so vergnügt, dass sie erst nach einiger Zeit bemerkten, dass Wurzelmännchen verschwunden war. Aber wo war es hin gekommen? Hin und wieder schreckten zwar ächzende Rufe einige der trällernden Sänger auf, aber sie ließen sich nicht weiter stören – außer Gitti und Miti. Sie überlegten nicht lange und flitzten sofort zu der Stelle, wo das Wehklagen herkam. Beide fanden das Wurzelmännchen in einem Graben liegend. „Wie bist du den hier hin gekommen?“, fragte Gitti. „Das weiß ich nicht richtig. Kinder haben mit mir Fußball gespielt und ich konnte mich nicht gegen die harten Tritte wehren. Es tat sehr weh.“ „Jetzt lass dich einmal genau anschauen“, sagte Miti, ich sehe, etwas Rinde hat sich abgelöst, das ist nicht weiter schlimm. Wir rufen den Höhlengeist Marabuli. Wir sind nicht stark genug, dich aus der misslichen Lage zu befreien“, und riefen mit gewaltiger Stimme: „Marabuli, Marabuli, Marabuli. Hui, wie ein wirbelnder Windstoß rauschte der Geist durch den Wald. „Was habt ihr schon wieder, ihr Naseweise“, fragte er. „Bitte, bitte, hole das Wurzelmännchen aus dem Graben. Blase aber ganz vorsichtig, damit es nicht zu weit weg rollt.“ „Ja, das mache ich, aber nur für Euch“, antwortete der Waldgeist. Behutsam pustete er den Wurzelteil an und schon kullerte er aus dem Graben. „Danke“, schrien alle drei. Doch ihr Schrei verhallte in dem aufgetretenen, ohrenbetäubenden Luftzug, den Marabuli bei seinem Entschwinden auslöste.
Im Dämmerlicht des Abends löste sich der Singkreis der Tiere auf.

Die Zwerge geraten in eine lebensbedrohliche Situation.

Die gewaltbereiten Marsianer

54. Folge: Die gewaltbereiten Marsianer

Die Alien hatten schon damit gerechnet, dass diese streitsüchtigen Typen vom roten Planeten das nicht so einfach hinnahmen und blieben wachsam, denn die Marsianer beschuldigten die Aliens, willentlich die Katastrophe herbei geführt zu haben. Nun war es Zeit für das Waldvölkchen, sich einzumischen. Die Zwerge krochen aus ihren Schlupflöchern. Sie hatten vorsorglich ihre Tarnkappen aufgesetzt und riefen den Höhlengeist Marabuli, damit die Streithähne durch seinen Zauberspruch zur Vernunft gebracht werden. Laut zischend tauchte er sogleich zwischen den Bäumen auf und stellte sich vor die Außerirdischen. Jetzt wurde es spannend, denn Marabuli hatte wieder einmal sein Sprüchlein aus dem Gedächtnis verloren. Oder wurde er diesmal von den Fremdlingen hypnotisiert? Das war eine verfängliche Situation, der Waldgeist sollte doch eingreifen! Da schaltete sich Herr Wichtel ein und rettete durch sein schnelles Handeln die peinliche Lage. Er ging geradewegs auf die beiden Widersacher zu, fuchtelte mit den Armen in der Luft herum, um anzudeuten, dass hier auf unseren Globus Außerirdische keinen Kampf untereinander austragen dürfen. Es sei ein ungeschriebenes Gesetz. Wie schon erwähnt, Vater Zwerg hatte die besondere Gabe, alle Sprachen auf der Welt zu verstehen, auch die von den Planetenbürgern. Allerdings konnte er nicht in der jeweiligen Sprache antworten. Dafür fehlte ihm der Wortschatz.#

Der mutige Auftritt eines so kleinen Kerlchens verwirrte die zänkischen Marsmenschen. Vor lauter Nervosität ließen sie ihre Waffen fallen. Als daraufhin noch die anderen Zwerge sich zeigten, glaubten sie in eine Falle geraten zu sein und wollten sich verduften. Aber wohin? Zu allem Unglück waren ihre Schutzanzüge durch den Aufprall beschädigt worden. Durch den Druck der eindringenden Erdatmosphäre erlahmten ihre Gliedmaßen, sodass ein Entkommen schier unmöglich war. Die Feiglinge, die sich sonst jedem mutig in den Weg stellten, zitterten wie Espenlaub. Marabuli kam unterdessen sein Hokuspokus wieder in den Sinn. Er machte die Marsmenschen willfährig. Schweigend folgten sie den strengen Anweisungen. Das Zwergenoberhaupt erklärte ihnen, dass sie nichts zu befürchten brauchten. Sie könnten, solange sie friedlich miteinander umgehen, hier auf der Erde bleiben. Andernfalls bleiben sie im Banne der Zauberei, bis Hilfe aus dem Weltraum käme. „Ach, ist das kompliziert denen durch Zeichensprache anzudeuten, wie sie sich verhalten sollen. Man meint es doch nur gut mit ihnen“, meinte der Wichtelvater. „Und doch schauen sie einem feindlich an.“

Kaltes Grausen packte die fremden Wesen aus dem All, als sie ein Geräusch von Schritten vernahmen. „Krg, grogk, mä, totata? (Was ist das?)“, kraza, kreza, kriza, krozu“ (Hör noch einmal genau hin.), versuchte der Marsmensch durch Handzeichen zu erläutern, „kritzi, kratza,“(das sind Außerirdische, heißt das). „Anscheinend werdet ihr gesucht“, sagte Miti, „harren wir der Dinge, die da kommen werden, es wird interessant.“ Alle schauten erwartungsvoll in Richtung auf ein gerodetes Stück Waldland und erblickten mehrere grünliche Gestalten. Rebellisch war ihr Auftritt. Ihre Gesichter wurden leichenblass beim Anblick ihres zerstörten Flugobjekts. Doch zuvor holten die Marsmenschen erst mal die mit einer flüssigen Speziallösung gefüllten Blechdosen aus ihren Rucksäcken und sprühten diese über die Schutzanzüge ihrer Leute, um die undichten Stellen zu schließen, gleichgültig, ob die Flora davon etwas ab bekam oder nicht. Das war zuviel des Guten. Der Geist Marabuli sprach böse magische Worte vor sich hin. Die Marsianer wurden hochgewirbelt und derartig durchgeschüttelt, dass sie froh waren, wieder unbeschadet auf dem weichen Waldboden gelandet zu sein. Sie erhoben sich und verließen hastig die Unfallstelle. Alle waren erleichtert. Aber nicht lange. Denn die Marsmenschen änderten ihren Plan und kamen zurück. „Was haben die vor?“, fragte Herr Wichtel, „die werden uns doch nicht den Wald anzünden. Das wäre unser Untergang, wo sollten wir Schutz finden?“ „Solche Gedanken musst du dir aus dem Kopf schlagen“, meinte der Wichtellehrer, „denen geht es um etwas ganz anderes. Sie wollen ein zerstörtes UFO nicht zurücklassen. Schau mal, die grünen Typen klettern in das Flugobjekt.“ Es dauerte nur eine kurze Zeit, da erschienen sie wieder und beeilten sich, außer Reichweite zu kommen. „Da stimmt etwas nicht“, rief Vater Wichtel, „am besten, wir verschwinden auf der Stelle, nicht dass uns noch etwas zustößt.“ Dem Wichtelvölkchen kam ein glücklicher Zufall zu Hilfe. Sie fanden bald einen Schutz hinter einem Hügel, von wo aus sie die ganze Gegend überblicken konnten. Sie trauten ihren Augen nicht, als sie sahen, dass das UDO sich in seine Bestandteile auflöste. Nicht mal ein Zipfelchen blieb übrig. Am Ende stiegen feine kleine Wölkchen hoch.

Was geschah nun mit dem Raumschiff der Alien? Sie hatten selbstverständlich ihrer Raumstation auf Zeta Retikuli gemeldet, dass es flugunfähig geworden ist. Daraufhin flogen außerirdische Techniker und Wissenschaftler zur Erde und stellten fest, dass das Ufo wieder herstellbar war.

Der Abschied.

Die Zwergenkinder begeben sich in Gefahr

51. Folge: Die Zwergenkinder begeben sich in Gefahr

Lisa verbarg sich derweil unter wildwachsenden rauen Gesträuch und schaute sorgenvoll den vorwitzigen Schlingels zu: „Bleibt doch zurück. Überlegt war ihr macht.“ In diesem Augenblick wurde ein Lukenfenster geöffnet. Stimmengewirr drang nach draußen. Wie es schien, waren die Außerirdischen mit ihren Kollegen vom Mars in Funkverbindung. Die beiden Wichtelkinder, die hinter einem Baumstumpf Stellung bezogen hatten, trauten ihren Augen nicht, als die grünen Männer eine rötliche Hautfarben annahmen. „Was bedeutet dieser Farbwechsel?“, raunte Miti Max zu. „Ich weiß es genauso wenig wie du. Mir fällt nur auf, dass beide sehr aufgeregt sind.“ Miti und Maxi schlichen sich jetzt dichter an den Flugkörper heran, um mehr zu erfahren. Ihre Blicke waren nur nach oben gerichtet. Sie achteten nicht auf die Wegstrecke und übersahen eine kleine, sandige Fallgrube, in die sie hinein rutschten. Da geschah etwas merkwürdiges: Ein feiner Sandstrahl schoss empor, ein zweiter folgte. Misstrauisch sahen die Wichtelkinder nach unten. Hier hielt sich ein räuberischer Ameisenlöwe im Sande verborgen und lauerte auf Beute. Auf diese Weise versucht die Larve der Ameisenjungfer Ameisen zu erlahmen und zu fangen. Geschwind und affenartig zogen sich die Wichtels an den seitlichen aus dem Erdreich herausstehenden Würzelchen hoch. Dabei verloren sie ihre Tarnkappen und wurden zur Zielscheibe der Marsianer. Pfeile, dünn und spitz wie Nadeln, sausten neben ihnen in den Waldboden. Die Zwei rannten hastig über das dicht belaubte Gelände bis sie aus dem Blickfeld der Angreifer waren. In der Nähe befand sich Lisa. Durch Zeichen machte sie sich bemerkbar und lockte ihren Bruder und dessen Freund in einen unterirdischen Gang, wo sich das Zwergenmädchen verkrümelt hatte, um von da aus die Jungens zu beobachten. Keuchend und nach Luft ringend, betraten die beiden Freunde das schützende Versteck und waren froh, mit heiler Haut davon gekommen zu sein.

Die drei Zwergenkinder legten erst mal eine Verschnaufpause ein und berieten, wie sie weiter vorgehen könnten. Dabei wurden neue Tarnkappen gebastelt. Flink steckte man Blatt für Blatt zusammen und formte Hütchen ähnliche Gebilde. Sie waren mit der Arbeit gerade fertig geworden, als ein drolliges, braunes Männchen in die Höhle hineinschaute. Es hatte Stimmen gehört und wollte wissen, was sich neben seiner Behausung abspielte. Mit einem kaum vernehmbaren „Hallo“ machte sich das Kerlchen bemerkbar und stellte sich wie folgt vor: „Ich bin das Wurzelmännchen.“ Erschrocken drehten sich die Knirpse um und beäugten es misstrauisch. „Ihr braucht nichts zu befürchten, ich bin kein Zauberer, auch kein böser Geist, der Euch nach dem Leben trachtet oder in Gnomen verwandelt. Warum habt Ihr Euch versteckt?“ „Ja“, entgegnete Max, „das ist eine … „. Weiter kam er nicht mit seiner Antwort, denn in diesem Augenblick trat der Gärtner und Herr Wichel ein. Die kleinen Ausreißer waren erleichtert, sie zu sehen und eilten schnurstracks zu den beiden hin. Fast wäre das Wurzelmännchen überrannt worden, wäre es nicht auf die Seite gesprungen. „Eigentlich hätte ich Euch eine ordentliche Standpauke halten sollen“, sagte Vater Wichtel schroff, „aber ich es will es noch einmal durchgehen lassen. Ich glaube, ihr wart in irgendwelchen Schwierigkeiten.“ Da bemerkte Vater Wichtel ein knorriges Wesen, das man Eingang der Höhe stand. Erstaunt stellt er die Frage: „Wer bist du und was hast du vor?“ „Nichts, ich bin das Wurzelmännchen und bin ein guter Bewohner des Waldes“, entgegnete es. „Ich wollte mich erkundigen, warum die Wichtelkinder in die dunkle Höhle gekrochen sind.“ Da mischte sich der Gärtner ein. Kopfschüttelnd frotzelte er: „Sie können es nicht lassen, die Racker. Sie müssen ständig irgendwo vorne dran sein. Schaut mal, nicht weit von hier steht ein fremdes Luftfahrzeug, das wahrscheinlich ihr Interesse gefunden hat. Ist es nicht so, Titi und Miti? Und Eure ungebremste Neugier hat Euch bestimmt hier her getrieben. Was habt Ihr Euch gedacht, Ihr Vorwitznasen? So jetzt ab mit Euch in den Garten. Ihr könnt von Glück sagen, dass ich Euch trotz Tarnung gefunden habe.“

In der Zwischenzeit stellten die grünen Männchen die Motoren zum Start ihres Raumschiffes an. Die heißen Gase wurden aus der Düse gestoßen und durch den erzeugten Startschub entstand eine Druckwelle, die den Waldboden erzittern ließ. Jetzt hob die Rakete ab. Die Fremdlinge verließen unseren Planeten und flogen ins unendliche All. Etwas haben die Marsianer im Eifer des Gefechts liegen gelassen: Einen Beutel mit Pfeilen. Der Gärtner gewahrte diesen und drehte das Zeug mit einem Ast vorsichtig um. Da gab es einen lauten Knall. Winzige Funken sprühten nach allen Seiten und fraßen sich durch das gesamte Material. Der Vorgang dauerte nur ein paar Minuten, dann war alles vorbei. Um ein mögliches Aufflammen zu vermeiden, deckte der Gärtner die Stelle mit Erde ab. Die Freunde liefen im Gänsemarsch von dort weg und stimmten ein lustiges Liedchen an. Noch einmal blickten sie zurück, um sich auch zu vergewissern, dass kein Fünkchen mehr glüht. Wie leicht kann durch Schwelbrand ein großes Feuer entstehen. Im Widerschein der untergehenden Sonne erreichte die fröhlich trällernde Clique den Garten.

Vögel fallen tot vom Himmel – unverhoffter Besuch.

Der Flug über die Antarktis

43. Folge: Der Flug über die Antarktis

Nun waren alle notwendigen Arbeiten soweit getan. Die Monitoren zeigten keine Mängel mehr an und der Flug in die Antarktis konnte durchgeführt werden. „Es gibt verschiedene Orte, wo wir sie beobachten können“, sagte einer von den Alien, „aber ich schlage vor, in das nördliche Alaska zu fliegen. Da hier die sommerliche Jahreszeit beginnt und diese Tiere tagaktiv sind, gibt das uns die Möglichkeit, ihren Spuren zu folgen.“ „Ja“, meinte Lisa, „ich bin sonst sehr wagemutig, aber diesen Raubtieren möchte ich nicht begegnen.“ „Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wir werden nirgendwo landen“, sagte der Alien, „wir fliegen ganz tief und nicht zu schnell über das Gebiet, wo sie sich aufhalten, hinweg, damit wir Aufnahmen machen können. Die Antriebsmotoren des Raumschiffs sind, wie ihr schon erfahren habt, sehr leise und irritieren die Tiere auf der freien Wildbahn überhaupt nicht.“ „So liebe Leute, auf geht’s“, sprach der Flugkapitän, „es wird Zeit, dass wir starten.“ Der Chefpilot und der Kopilot hatten inzwischen ihre Plätze eingenommen, während die Zwerge, von Herrn Wichtel geführt, sich auf die gepolsterten Sitzgarnituren niederließen und anschnallten. Eine Kommandostimme teilte über Mikrophon mit, dass die Motoren gezündet seien und dass keiner der Fluggäste sich Sorgen zu machen brauche, wenn er durch die Beschleunigung beim Aufstieg einen ungewöhnlichen Druck auf seinem Körper verspüre.

Beinahe geräuschlos erhob sich das riesige Ungetüm und flog schnurstracks gen Himmel bis es die äußere Umlaufbahn der Erde erreicht hatte. Von hier aus waren die einzelnen Erdteile noch sehr klar zu erkennen, ebenso die Berge, die großen Wälder, Flüsse, Meere und Binnenseen. In kurzen Zeitabständen quakte eine künstliche Stimme aus dem Lautsprecher des Navigationsgeräts und teilte dem führenden Personal mit, wo sie sich befanden. Das war sehr wichtig, denn das Raumschiff wurde von jetzt an durch den Autopiloten gelenkt. Sobald jedoch das UFO nur geringfügig von seinem Kurs abwich, ertönte ein Signal. Automatisch erfolgte eine Korrektur über den Bordcomputer.

Zunächst umrundete man einmal die Erde. Dabei erlebten Alien und Zwerge mehrmals einen Sonnenaufgang. Ein Phänomen, das man nur in einer Rakete oder in der fliegenden Untertasse erleben kann. Beim Überfliegen des arabisch-afrikanischen Kontinents verhinderten dichte aufsteigende schwarze Rauchsäulen die Sicht auf umkämpfte Gebiete. Zwerge und Alien blickten traurig nach unten, weil sie wussten, dass in diesen Regionen der Krieg noch nicht beendet ist. Unterdessen erreichten sie den nördlichen Breitengrad und entdeckten dort die ersten Eisbären, deren Größe alle „Kleinen“ in Erstaunen versetzte. Die Kopf-Rumpf-Länge misst bei männlichen Tieren durchschnittlich 2,50 Meter, kann jedoch in Einzelfällen bis zu 3,50 m betragen. Ihr Gewicht variiert zwischen 450 bis 500 kg. Die Weibchen sind kleiner und wiegen natürlich auch weniger. Das gelblich-weiße Fell stellt in dem eisigen Umfeld eine Tarnung dar, ist sehr dicht und ölig Leider wird durch die verstärkte Förderung von Erdöl und Gas in den arktischen Zonen ihr Lebensraum eingeschränkt, was sich wesentlich auf die Population auswirkt.

Während das UFO im Tiefflug seine Runden über Alaska drehte, filmte einer von den Alien die eisige Landschaft und machte interessante Momentaufnahmen von den Raubtieren bei der Nahrungssuche. Inmitten seiner Dreharbeiten kamen auf einer Eisscholle dahin treibende Menschen in das Blickfeld der Kamera. Erfreulicherweise wurden alsbald ihre Hilferufe gehört, denn in der Nähe hatte sich ein Forscherteam niedergelassen, das eine Expedition zum Nordpol geplant hatte. Mit Schlauchbooten paddelten sie zu ihnen hin und befreiten sie aus ihrer misslichen Lage.

Für die Zwerge war diese Reise zu den Eisbergen ein einzigartiges Erlebnis. Sie dachten an die Eisprinzessin, die ihnen im letzten Winter erschienen war und erzählte, dass sie mit ihrer Familie in einem Schloss aus Eis am Nordpol wohne. Nun wollten die kleinen Schelme das Gebäude einmal sehen. Aber nirgendwo im nördlichen Alaska stand ein derartiges Bauwerk. Miti meinte: „Der Nordpol ist groß. Vielleicht haben wir damals nicht richtig hingehört als sie uns erzählte, wo sie her kam. Sie hatte es sehr eilig gehabt, von uns weg zukommen.“ „Ja, das ist mir auch aufgefallen“, sagte Lisa, „sie fing an zu weinen und an ihrem schönen Kleid liefen die ersten Tautropfen herunter.“ Auch Max mischte sich ein und war der Auffassung, dass sie möglicherweise ihren Wohnsitz auf einer der arktischen Inseln haben könne und schlug vor, dorthin zu fliegen. „Das ist ein guter Gedanke“, äußerte sich Herr Wichtel, „auch dort gibt es Eisbären, die wir beobachten können.“

Im Raumschiff gab der Pilot dem Bordcomputer neue Daten ein und ganz leise, wie stets, schwebte es in die angegebene Richtung. Es war quasi nur ein Luftsprung bis dorthin. Kaum eine viertel Stunde dauerte der Flug. Da entdeckten die Wichtelkinder schon von Weitem das wunderschöne aus purem Eis gestaltete Schloss. Der Pilot steuerte sein Flugobjekt so dicht heran, dass man durch die Eisschichten hindurch schauen konnte. Während die kleinen Zwilche die einzelnen Räume nach der Eisprinzessin absuchten, wurde folgende elektronische Meldung durchgegeben: „Eure Mission ist erfüllt. Verlasst bitte den Planeten Erde. Weitere Hinweise folgen.“ Die Außerirdischen berieten sich untereinander. Sodann erklärten sie den Wichtels, dass sie auf Befehl vom Oberhaupt des Sternensysstems Zeta Reticuli die schöne Reise abbrechen müssten. Weiter sagten sie: „Wir bringen euch in den Wald zurück, wo ihr zuletzt gelebt habt. Seid nicht traurig, wir besuchen euch wieder.“ „Halt“, sagte das Zwergenoberhaupt, „ihr bringt uns zu einem im Osten gelegenen Garten. Hier wachsen Kräuter und Beeren, die wir zum Leben brauchen. Wir können uns zwischen dem Gemüse und den Salaten ausruhen, wenn wir den Magen überlastet haben.“ „Das klingt so nach Paradies“, erwiderte der Zwergenlehrer. „Das ist auch eins“, antwortete Herr Wichtel, „ich habe es entdeckt, als wir über diesen Landesteil hinweg flogen.“ Der UFO-Pilot nahm Kurs dorthin, landete auf einer großen Wiese und entließ seine Freunde.

Die Suche nach dem Garten.

Besorgte Außerirdische

41. Folge: Besorgte Außerirdische

Das Wiedersehen mit ihren Freunden vom Sternensystem Zeta Reticuli (ca. 30-50 Lichtjahre entfernt) war für die Waldmenschen wie ein Geschenk des Himmels. Die Alien erzählten den Wichtels, dass sie regelmäßig Kontrollflüge im Weltall durchführten. Hierzu meinte der Pilot vom Raumschiff Alpha: „Beim Umkreisen des Erdballs beobachteten wir, dass noch immer Kriege stattfinden, deren Auswüchse katastrophal sind. Sehr viele unschuldige Menschen sind davon betroffen und müssen ihr Leben lassen. Des Weiteren wird nicht nur in diesen Kriegs- und Krisengebieten die Umwelt durch den Einsatz von Waffen beeinträchtigt bzw. sogar geschädigt, sondern auch das gesamte Universum wird in Mitleidenschaft gezogen. Stellt Euch vor, das Sonnensystem mit seinen Planeten mit Monden, Kometen, Meteoren würde infolgedessen durcheinander geraten oder sich in einen chaotischen Urnebel zurückbilden – haben wir dann noch Tag und Nacht? Man muss das alles in Betracht ziehen. Große Sorgen bereitet uns Außerirdischen der Raumfahrtschrott, wovon 12.500 Rückstände größer als 10 cm sind und von daher eine nicht zu unterschätzende Gefahr für jedes Flugobjekt ist. Beim Ausweichen gerät unser Ufo schon mal ganz schön ins Wanken. Um einen Zusammenstoß zu verhindern, wurden Sensoren rund um das Raumschiff installiert. Sie zeigen uns im Cockpit an, ob ein Metallteil oder ein Komet die Flugbahn kreuzt oder was ebenfalls passieren kann, wir in die Nähe anderer Planeten kommen.“

Konzentriert hörten die Wichtels dem Alienchef zu. Sie verstanden seine Sprache und Gestik, denn Zwerge und Alien haben eine leichte Auffassungsgabe für fremde Sprachen. So lasen die grauen Alien auch den Wunsch unserer kleinen Freunde von den Augen ab, die fliegende Untertasse besichtigen zu wollen. Über eine Strickleiter kletterten Besatzung und die vom ewigen Wissensdurst geplagten Männlein aus dem Walde in die fliegende Untertasse. Herr Wichtel und sein Völkchen staunten nicht schlecht als sie die Innenräume betraten. Alles war verändert: Moderne Sessel, Stühle und Tische waren eingebaut worden. Böden, Decken und Wände hatte man mit dicken Schallschutzplatten abgedichtet. Technisch verbesserte Aggregate für Maschinen und Motoren ohne CO²-Ausstoss bewirkten eine sanftere Landung. Nachrichten von und zur Zentrale konnten mit sagenhafter Geschwindigkeit aus endloser Entfernung empfangen und gesendet werden. In der Pilotenkabine wurde durch Lämpchen und Signale angezeigt, wenn sich irgendwelche Abweichungen im Flugbereich ergaben. Auffallend war, dass keine Finger- oder Fußabdrücke oder sonstige Spuren auf den blitzsauberen Wänden und Fußböden zu sehen waren. Auf den Fensterscheiben schienen Schmutz und Schmiere nicht haften zu bleiben. Herr Wichtel fragte deshalb nach. Die Alien schüttelten nur ihren Kopf und gaben dieses Geheimnis nicht preis. Na ja, daran sollte die Freundschaft nicht zerbrechen. Die hochtechnisierte, moderne Einrichtung, auf die die stolzen Planetarier während des Rundgangs ständig hinwiesen, war für die Zwerge unfasslich. Zum Empfang wurde ihnen Brennesselsaft in winzigen Gläschen angeboten. Wenn sie wollten, konnten sie diesen mit einem niedlichen Strohhalm trinken. Die Knirpse nahmen den würzigen Trank dankbar an. Überdies hatte die Besatzung des UFOs ein vorzügliches Essen für alle vorbereitet. Die Speisen waren auf bunten Tellern angerichtet worden und bestanden aus Pilzen, Beeren und Samen aus den Gärten ihres Planeten. Als Beilage gab es bohnenkerngroße Eichen, die einen schwachen, nussartigen Geschmack hatten. Dazu konnte sich jeder von dem mit gekochten Quellwasser aufgegossenen Kräutertee nehmen. Die Zwerge waren sehr überrascht, dass die Alien sich ihretwegen soviel Mühe gegeben hatten. Dafür sollte ihnen Anerkennung und Lob entgegengebracht werden, dachten sich die Zwilche, trällerten ihre Liedchen und drehten sich im Tanz. Und was taten Miti, Titi und Max? Sie zeigten ihre Zauberkünste mit Gitti und Lisa.

Wichtelkinder führen kleine Kunststückchen vor und das Unwetter in der ersten Mainacht.

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