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Gefangennahme des Zwergenlehrers durch Pilzsammler

29. Folge: Gefangennahme des Zwergenlehrers durch Pilzsammler

Es war Ende Oktober. Die goldene Sonne schickte noch einmal ihre wärmenden Strahlen auf die Erde. Die Zwergenkinder fühlten sich bei dem herrlichen Wetter so richtig pudelwohl. Sie stapften im abgefallenen feuchten Laub herum und versuchten es mit ihren kleinen Füßen hoch zu wirbeln. Leider war das Laub vom vielen Regen in den letzten Tagen zu nass und zu schwer geworden. Da waren die zierlichen Persönchen nicht stark genug mit den Blättern ihre Spielchen zu treiben. Sie machten sich nichts daraus. Mit großen Schritten marschierten die Knirpse durch den bunt gefärbten Wald. Vor dem Fuchsbau, an dem sie vorüber kamen, lauerten die jungen Füchse. Der Anblick der Vorbeiziehenden verunsicherte sie; darauf waren die Tierkinder nicht gefasst und schauten ihnen nach. In diesen feuchtwarmen Herbsttagen schossen die Pilze sprichwörtlich aus dem Boden. Überall fand man die wunderschönen, aber auch giftigen Fliegenpilze, die Märchenpilze des Waldes. Natürlich wissen unsere Wichtelkinder von klein an, welche Pilze essbar sind: z.B. der Perlpilz, Maronenröhrling, Fichtenreizker oder der Goldröhrling, der ausschließlich unter Lerchen gedeiht. Auf dem fauligen Holz wächst das Heer der Hallimasche, die nur jung genießbar sind und nicht von jedermann vertragen wird. Und weiter ging die Entdeckungsreise der vier kleinen Racker. Sie krochen durch das Unterholz, zwischen Farnen, kleinen Sträuchern und der Welt der Pilze einher.

Auf einmal kam ein Buntspecht zu ihnen angeflogen, ein Eichelhäher, ein Häschen hoppelte ihnen entgegen. Das Eichhörnchen hüpfte vom Baum und huschte in ihre Nähe. Sie erzählten, was sie von Pilzsammlern aufgeschnappt hatten. Diese Leute hätten mitgekriegt, dass die Waldzwerge mit den Alien in Verbindung stünden. Man müsste sie unbedingt ausfindig machen und an Ort und Stelle festhalten. Das verstoße zwar gegen die Vereinbarung, die kleinen Leute in Frieden zu lassen. Aber man könnte so dann auf diese Weise die Knollennasen über das Treffen mit den Außerirdischen ausquetschen. Die Tiere forderten sie auf, schleunigst zu ihren Leutchen zurückzukehren, damit ihnen kein Leid zustöße. Darüber erschraken die kleinen Zwergenkinder ganz gewaltig und rannten so schnell sie konnten zu ihren Familien. Sie waren ganz außer Atem als sie ankamen. Herr Wichtel fragte ganz besorgt, was geschehen sei. Stockend berichteten sie ihm, was die Menschen vorhätten. Am besten wäre es, die Reise so gleich fortzusetzen, um nicht von den Menschen aufgegriffen zu werden. Wie besprochen, so wurde gehandelt. Vorher verlangte Herr Wichtel von jedem Einzelnen, dass er seine Tarnkappe aufsetze. Jetzt war es sehr, sehr wichtig unentdeckt zu bleiben. Eine Frage stellt sich, die dennoch keiner beantworten konnte: „Wer von den Menschen erfuhr von der Zusammenkunft?“ „Naja“, dachten alle Waldmenschen, „man sollte sich momentan nicht so viele Gedanken machen.“ Inzwischen versammelten sich die Waldtiere, sogar Schwäne, Wildenten, Dompfaffen und Finken waren dabei. Die Rabenkrähen, die wegen ihrer Gefräßigkeit bei den Tieren nicht beliebt sind, weil sie besonders gerne junge Hasen, Kaninchen, Igel und Ratten jagen, waren bereit, den kleinen Freunden beizustehen und zu helfen, damit ihnen kein Härchen gekrümmt wird. Dennoch hielten die Tiere des Waldes von den schwarzen Vögeln Abstand, obwohl sie ihr Wort gaben, an jenem Tag eine Jagdpause einzulegen.

Herr Wichtel schüttelte nur noch sein kleines Köpfchen und schimpfte: „Immer dieser Stress. Wo finden wir kleinen einmal Ruhe vor den Menschen. Was sollen wir ohnehin machen als eine andere Zufluchtsstätte auf unserem Weg ins ferne Land zu suchen?“ Als Vater Wichtel ausgesprochen hatte und ein sehr trauriges Gesicht machte, sprachen Gitte und Miti ermunternde Worte zu ihm und liebkosten ihn. Sein Frauchen war ein wenig besorgt. Sie tat alles um ihn aufzurichten, in dem sie auf den tollen Zusammenhalt der Zwergengemeinschaft hinwies: „Alle Wichtels unterstützen dich“, betonte sie, „lass doch die Leute Menschen sein. Wir machen ebenso Dummheiten wie die Erdenbewohner. Nur deren Fehler sind verhängnisvoller.“

„Vorsicht“, rief Max, „ich höre Schritte. Wir müssen schnellstens das Weite suchen, ansonsten fallen wir noch buchstäblich in ihre Hände. Die Tiere warten auf uns.“ Hui, da wieselte ein großer Teil der Wichtels zu den Krähen. Die Übrigen, die Angst vor dem Fliegen hatten, drängelten sich zu dem Niederwild, setzten im Laufen ihre Tarnkappen auf. Gerade, als die Tiere mit den kleinen Waldleuten fliehen wollten, hörten sie ein fürchterliches Wehgeschrei. Der Zwergenlehrer, der stets auf Gefahren hinwies, wurde selbst von einer Menschenhand gefasst und festgehalten. Das durfte nicht passieren. Darauf sprangen die Waldmenschen von den flugbereiten Rabenkrähen herab, taten sich zusammen und berieten sich. Augenblicklich bildeten die schwarzen Vögel eine Formation. Sie flogen alle gleichzeitig in die Höhe, umkreisten sie Leute und überfielen sie. Einer dieser Raben verwandelte sich unerwartet in die Gestalt eines wunderschönen Feenmädchens. Diese sagte: „Lasst den Zwerg sofort los. Macht ihr das nicht, dann verzaubere ich jeden von Euch in einen schwarzen Käfer. Ihr seid dann für ewige Zeiten verdammt, auf dem Waldboden herumzukrabbeln und Euch von Mist der Pflanzenfresser zu ernähren.“

Eine unbeschwerte Reise und der plötzliche Wintereinbruch.

Die Gefangennahme

1. Folge: Die Gefangennahme

Es war einmal ein Wichtelmännchen, das lebte mit seiner Familie im tiefen Wald. Da es viel Zeit hatte und neugierig war, beobachtete es die Menschen und merkte bald, dass sie untereinander sehr neidisch und gehässig sein konnten. Damit es nicht entdeckt wurde, trug es eine riesige Zipfelmütze mit der es sich unsichtbar machte. Diese Tarnkappe riss es manches Mal aus Wut von seinem Kopf und machte sich auch für große Menschen sichtbar, bei denen es seine Ansichten durchsetzen wollte. So klein wie es war, es verfügte über unheimliche Kräfte und konnte gegen die großen Menschen, die miteinander rivalisierten und sich anfeindeten, schon etwas ausrichten. Dennoch, die Kräfte, die es hatte, reichten nicht aus, gegen die vielen bösen Menschen anzugehen. Daher bat es große und kleine Leute für seine Vorstellung mit zu kämpfen. Es machte mit ihnen Pläne, wie man gegen das Böse antreten könnte. Was es aber nicht bedacht hatte, dass es Leute gab, die sein Vorhaben verhindern wollten.

Diese bösen Menschen wiederum riefen ihre Freunde zu einer Versammlung auf und erzählten ihnen, was sie gehört hatten und beschlossen das Gute mit Bösem zu vergelten. Die friedliebenden Leute waren ahnungslos. Sie wollten keinen Krieg. Nein, ihr Wunsch war es, den Menschen zu erklären, wie sie einander einig werden könnten. Das war aber keine leichte Sache: Ohne Waffen eine aufgerüstete Bande zu überzeugen, war ein bisschen verwegen. Da war guter Rat teuer. Das Wichtelmännchen und seine Anhänger überlegten und überlegten. Plötzlich sagte einer von ihnen: „Wisst Ihr was, wir gehen ihnen entgegen und erheben unsere Arme, um zu zeigen, dass wir in gütlicher Absicht kämen.“ Gesagt getan. Nur die bösen kriegerischen Menschen nahmen sie gefangen und sperrten sie in eine finstere Höhle, wo sie sehr wenig zu essen bekamen.

Die Krieger hatten die Höhle, nach dem sie die Menschen darin eingesperrt hatten, bis auf eine kleine Öffnung geschlossen. Manches mal kam ein knurrender, brauner Bär vorbei und langte mit seiner Tatze in die kleine Öffnung. Er konnte aber keine der Eingeschlossenen packen, weil seine Pfoten zu dick waren, um durch die Öffnung zu kommen. Der Fuchs und der Hase waren liebe Tiere. Sie wünschten ihnen trotz der Schwere eine gute Nacht und machten ihnen Mut. Alle Tiere im Wald wollten eine Möglichkeit suchen, um die nun in Gewahrsam genommenen kleinen und großen Leute aus dem düsteren Gefängnis zu befreien. Zuerst versammelten sich alle Tiere zu einer Konferenz und jedes Tier übernahm eine Aufgabe: Die Bienen sammelten Honig, die Käfer und Vögel holten Beeren und Pflanzen aus dem Wald. Die Kreuzotter schlängelte sich zum Bach hin und machte von dort aus eine Rinne in den Waldboden bis zur Höhle, so dass Wasser dorthin abfließen konnte und die Gefangenen ihren Durst löschten konnten. Das Eichhörnchen sammelte Nüsse und brachte sie ihnen in die Höhle. Meister Lampe holte Rüben und Pflanzen aus den umliegenden Wiesen und nahen Feldern, damit sie auch Abwechslung in der Nahrung hatten.

Die Befreiung.

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