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Wichtelkinder führen kleine Kunststückchen vor und das Unwetter in der ersten Mainacht

42. Folge: Wichtelkinder führen kleine Kunststückchen vor und das Unwetter in der ersten Mainacht

Der Alien-Boss hatte unheimlichen Spaß und wollte noch mehr sehen. Deshalb schickte er zwei seiner Leute nach draußen. Sie sollten für die kleinen Racker zwischen den Büschen nach Stöckchen, Blättern und Efeu suchen. Schnell holten die Beiden bereitstehende Gestelle mit Drehflügeln aus einer hinteren Abstellkammer und schnallten diese auf ihren Rücken. Bevor sie den Ausgang der fliegenden Untertasse erreichten, mussten sie an einer Schalttafel vorbei. Hier drückten sie eine Taste, damit die nach draußen führende Tür aufging. Gleichzeitig wurden die Motoren der Fluggeräte angelassen. Langsam setzten sich die Rotorblätter in Bewegung. Im Laufschritt eilten die Außerirdischen zum Ausgang und sprangen in die Tiefe. Kleine Fallschirme entfalteten sich. Die Geschwindigkeit wurde gedrosselt. Nun schwebten die grauen Planetarier über dem bemoosten Waldboden. Jetzt war es an der Zeit an einer kurzen Leine zu ziehen, um sachte aufsetzen zu können. Schon befanden sie sich inmitten einer Flora, die ihnen alles bot. Im Nu war das, was für die Zauberei benötigt wurde, gefunden und eingesammelt. Erschrocken schauten Fuchs, Hase und Habicht dem ungewöhnlichen Treiben dieser Fremdlinge, die sie zum ersten Male sahen, zu. An die Erdbewohner, die oft in Feld und Wald herum spazierten, hatten sich die Tiere gewöhnt.

„Das sind aber seltsame Wesen“, dachten sie, „wo kommen die denn her? Sie sammeln Waldpflanzen, bündeln sie und schnüren diese unter ihre rucksackartigen Gestelle. Plötzlich surren Propeller und die komisch aussehenden Gesellen heben ab. Das gibt es doch nicht“. Erst als die Alien sich wieder etwa einem halben Meter über dem Boden befanden, konnten sie ihre fliegenden Fahrzeuge geradeaus zum Ziel lenken. Daraufhin stürmten Fuchs, Hase und Habicht aus ihrem Versteck und jagten den Außerirdischen hinterher, um herauszubekommen, wer sie sind und zu welchen Zweck das Grünzeug benötigt wurde. Es war sehr schwierig, ständig unter Sträuchern her zu kriechen und dabei das Tempo mit den in der Luft Schwebenden beizubehalten. Alsbald erreichten die Grauen ihr UFO und flogen gezielt auf eine offen stehende Laderampe zu. Die drei Verfolger sahen sie gerade noch ins Innere des Raumschiffes verschwinden. Dann schloss sich hinter ihnen, wie von Geisterhand geführt, das breite Tor. Überwältigt standen die Waldtiere vor dem metallenen Ungetüm, das auf starken silbrig glänzenden Stützen stand. Zögernd traten sie dem Objekt näher und nahmen dies genau unter die Lupe. Der Habicht ließ sich nicht davon abhalten an eines der vielen runden Fenster zu fliegen, um von da aus einen Blick in die Räume zu werfen. Gerade wurden die im Wald zusammen getragenen Pflanzen sortiert und für die Zauberei zurecht gemacht. Die Efeublättchen entfernte man und band die Ranke von einem Stuhl zum anderen. Gitti und Miti stiegen auf den rechten Stuhl und von da aus versuchten sie auf den gespannten fadenförmigen Pflanzenteil ihren ersten Schritt zu tun. Da sprang Vater Wichtel hinzu und hielt seine beiden Kinder zurück. Erst musste ein Netz darunter gespannt werden. Hierfür genüge ein starkes Spinnennetz, das die Zwergenkinder, sollten sie daneben treten, auffängt. Die Alien hatten aber Bedenken, dass die Fäden zerreißen könnten, wenn einer der Kleinen darauf fiel. So legten sie Teile aus Schaumstoff unter das Seil. Jetzt kletterten auch Titi, Lisa und Max auf die Stuhllehne. Einer nach dem anderen betrat das Seil. Sie balancierten, sie hüpften, sie tanzten bis sie auf der anderen Seite angelangt waren. Dort ließen sie sich auf den gepolsterten Boden fallen. Das war noch nicht alles. Mit den Stöckchen und Blättern zauberten sie ein Häuschen, in dem die fünf Wichtelkinder verschwanden. Als die erwachsenen Zwerge das Bauwerk anfassten, fiel es in sich zusammen. Blatter und Stöckchen lagen zerstreut auf dem Boden. Doch wo waren die Zauberkünstler hingekommen? Jeder der Zuschauer sah in eine andere Richtung. Im hintersten Winkel des UFOs vernahmen alle ungewohnte Geräusche. Sie schauten nach und fanden dort die kichernden Racker. Die Planetarier waren hingerissen von den Darbietungen.

Die Außerirdischen und die Waldleutchen verbrachten einen wunderschönen Tag mit einander. Die Zeit verging sehr schnell. Sie bemerkten nicht, dass die Abenddämmerung hereingebrochen war. Die Spiele und auch die Unterhaltung hielt alle Beteiligten dermaßen in Spannung, so dass keiner von ihnen wahrnahm, was draußen geschah. Die dunkle Wolkenwand, die sich allmählich über den Wald schob, sahen sie nicht. Plötzlich brach ein Unwetter los. Blitze zuckten in rascher Folge, sekundenlang wurde die Nacht hell beleuchtet. Donner zerriss dumpf und knatternd die Stille der Nacht. Die Front des Gewitters war schwefelgelb. Strömender Regen prasselte auf das Dach des Flugobjektes. Zwerge und Alien liefen zum Fenster und sahen entsetzt dem Schauspiel der Natur zu. Selbst die Waldtiere suchten aus Furcht Schutz. Sie versteckten sich in Höhlen oder krochen unter Sträucher. Eine Zeit lang tobte das Gewitter als wolle es die Welt aus den Angeln heben. Nach und nach beruhigte sich das Wetter wieder. Das Tief zog in östlicher Richtung weiter und der Mond blinzelte freundlich durch die sich auflösende Wolkendecke. Endlich hörte auch der Regen auf. Für alles Leben eine Wohltat aus den engen Schlupflöchern herauszukommen und die Weite der Landschaft zu genießen. Der Waldboden war mit dunklen Pfützen übersät. Nur langsam versickerte das Regenwasser. An manchen Stellen bildeten sich kleine Rinnsale, um irgendwo vom Erdreich aufgesaugt zu werden. Die Zwerge hatten solche Unwetter schon sehr oft erlebt und wussten sich dagegen abzuschirmen. Die Alien erzählten welches Wetter auf ihrem Heimatplaneten herrsche. Schade, dass das Gespräch von Seiten der Alien abgebrochen wurde. Vor ihrem Flugobjekt hörten sie kreischende Stimmen. Man spitzte die Ohren, man schaute aus dem Fenster, um herauszubekommen, wer es wagte, unter dem Schutz der Dunkelheit, durch den Wald zu geistern. Miti fand sogleich heraus was sich da draußen abspielte und sagte: „Im Eifer des Gefechts haben wir die Walpurgisnacht verschwitzt. In der Nacht vom 30.April zum 1. Mai sind die Hexen auf ihren Besen unterwegs und fliegen zum Blocksberg. Dort feiern sie das Hexenfest. In dieser Zeit schützen die Erdbewohner Haus und Hof mit Maibüschen, ausgelegten Besen und Peitschenknallen vor den bösen Weiblein. Momentan scheinen die hier vorbeiziehenden Hexen Schwierigkeiten mit den durch den Regen nass und schwer gewordenen Besen zu haben.“ Sie schimpften und fluchten was das Zeug hielt bis ein orkanartiger Sturm auftrat und sie allesamt in die Luft wirbelte. Ihr Wehgeschrei und ihre Hilferufe vernahm man bis in den entferntesten Winkel der Umgebung. Der Wind, das himmlische Kind, holte noch einmal tief Luft und blies die bösen Weiber bis zum Blocksberg, wo sie wegen Verspätung nicht freundlich empfangen wurden. Zur Strafe mussten alle Zuspätgekommenen Barfuß über glühende Kohlen springen. Wer dabei zu laut vor Schmerzen brüllte, der hatte die Quälerei noch einmal durchzumachen. Wie wir sehen, haben auch Hexen kein leichtes Leben. Übrigens für die erste Mai-Nacht kennt der Volksmund folgende Wetterregel:“Ist die Hexennacht voll Regen, wird’s ein Jahr mit reichlich Segen.

Mitternacht war schon längst vorbei als sich unsere kleinen Freunde und die Fremdlinge aus dem All zur Ruhe begaben. Sie schliefen sehr unruhig. Derweil huschten tückische Gespenster durch das Gehölz und drangen durch einen kleinen Spalt in das Raumschiff ein. Bösartig triumphierend wuselten sie zu den Schlafenden hin und setzten sich auf deren Brust. Wirre Träume waren die Folge. Sie wälzten sich auf ihren Nachtlagern von einer Seite zur anderen, waren nass geschwitzt.

Als am frühen Morgen die feuchten Nebelschwaden ihre Vorhänge fallen ließen und die Sonne ihre goldenen Strahlen auf die Erde schickte, wachte einer nach dem anderen völlig erschöpft auf. Die Glieder schmerzten, das grelle Licht tat ihren Augen weh. Jeder war mit seinen Gedanken woanders. Dies ging tatsächlich soweit, dass die Mannschaft der Alien anfing, sich gegenseitig zu schubsen und auf diese Weise einen Streit vom Zaun brachen. Der Kommandant griff sofort ein. Nur mit Anstrengung gelang es ihm, sein Team zur Vernunft zu bringen. Für die Zwerge eine peinliche Situation, in die sie sich nicht einmischen wollten, weil sie die Außerirdischen als Freunde schätzten. Glücklicherweise hatten die planetarischen Raufbolde eingesehen, dass ein solches Verhalten nicht vorteilhaft für die Zusammenarbeit wäre. Also entschuldigte man sich gegenseitig.

Eigentlich sollten an jenem unseligen Tag die Motoren gestartet werden. Ein Flug zum Nordpol zu den Eisbären war vorgesehen. Leider mussten die Alien die Expedition aus Sicherheitsgründen um 24 Stunden verschieben und Maschinen und Technik durchchecken, Sie wollten deshalb die Kommandozentrale im Sternensystem Zeta Reticuli benachrichtigen, aber die Funkverbindung kam nicht zustande. Eine rote Diode leuchtete an der Instrumententafel im Cockpit auf. Im Display war zu lesen, dass die Störung durch einen Meteoren ausgelöst wurde. Eine Stunde später hörten die Grauen die vertraute Stimme ihres Chefs, dem sie nunmehr die Situation erläutern konnten. Er war erleichtert, als er erfuhr, dass nichts Schlimmes geschehen war.

Der Flug über die Antarktis.

Das Waldfest der Zwerge

7. Folge: Das Waldfest der Zwerge

Freilich waren die Kleinen daran interessiert, die für sie noch unbekannten Nachbarn zu sehen. Sie zogen am folgenden Tage auf eigene Faust los in der Hoffnung irgendeinen von ihnen zu treffen. Dabei fragten sie auch die Tiere, die ihnen über den Weg liefen. Diese taten sehr geheimnisvoll, zeigten ihre Zähne als ob sie lächelten, verrieten aber den Naseweisen kein Wort. Darüber wurden die Wichtelkinder sehr böse. Sie sammelten Steine und wollten damit die Tiere bewerfen. In diesem Moment kam ihr Vater hinzu und konnte das Schlimmste verhindern. Er lehnte doch jeden Streit und Hader ab.

„Jetzt fingen seine eigenen Kinder an Krieg zu führen“, dachte er. „Was soll das?“, rief er beiden zu. „Ich kämpfe für Frieden und Gerechtigkeit und ihr sät Zwietracht. Sofort geht Ihr in die Höhle und wartet bis ich zurückkomme.“ Lange ließ Wichtelvater nicht auf sich warten. Er erklärte ihnen in Ruhe, welche Fehler sie begangen hatten. Inzwischen bereitete Wichtelmutter einen Tee zu Danach setzte sich die Familie gemütlich zusammen. Während sie die frische Kräutermischung probierten, wurde nochmals über den verhängnisvollen Vorfall gesprochen. Die Kinder sahen ihren Fehler ein, gaben jedoch gleichzeitig zu, halt neugierig gewesen zu sein. Sie wollten auf die Schnelle die neuen Freunde kennenlernen und wollten wissen wie sie aussehen. „Ihr werdet sie noch früh genug kennenlernen“, sagte Wichtelvater, „außerdem solltet Ihr nicht zu voreilig sein.“ Die Kinder beruhigten sich, aber die innere Spannung andere Zwerge kennenzulernen blieb.

Die Zeit bis zum vereinbarten Treffen erforderte viel Geduld von ihnen. Wichtelmutter war diesen Waldbewohnern ebenfalls noch nicht begegnet. Auch sie musste bis dahin geduldig warten. Wichtelmännchen hatte Freude seine ganze Familie auf die Folter zu spannen. Endlich war der Tag der Begegnung gekommen. Dazu arrangierte Familie Wichtel ein tolles Waldfest. Die Vorbereitung waren im vollem Gange, als diese durch Menschen gestört wurden. „Was haben die Leute hier zu suchen?“, sinnierte Wichtelmännchen. Abermals zog es seine Tarnkappe auf und mischte sich unter sie. Seine Sorgen wegen Unruhe und Streit war unbegründet. Die Menschen wollten nur Pilze sammeln, die hier in großen Mengen vorkamen. Trotz alledem konnte das Treffen der Zwerge vorgenommen werden. Schnell werden noch Kräuter , Beeren, essbar Pilze und Vogeleier gesucht und zubereitet. Es gab sehr viel zu tun. Bald, so gegen Mittag, kamen die ersten Besucher. Sie brachten Geschenke mit, die sie aus Holz, Zweigen, Blättern gebastelt haben. Besonders die selbstgemachten Körbe zum Sammeln von Holz und Kräutern haben der Familie Wichtel gut gefallen. Alle ließen sich auf dem Waldboden nieder. Sie aßen und tranken und erzählten Sagen und Märchen. Die Zwergenkinder hörten ganz gespannt zu. Sie erfuhren, dass im Wald vor langer, langer Zeit riesengroße Tiere lebten. Man nannte sie die Dinosaurier. Es gab fleischfressende und pflanzenfressende Reptilien. Die größten Geschöpfe unter ihnen erreichten eine Länge von 27 Metern und ein Gewicht von 27 Tonnen. Das war schon einiges. Alle meinten: „Hätten wir Zwergen und Wichtels zu jener Zeit gelebt, wären wir für sie Kleinstlebewesen gewesen. Unvorstellbar, was diese Tiere mit uns gemacht hätten.“ Ja, und mit der Zeit, es dauerte jedoch viele, viele Jahre wurde der Wald von diesen Tierarten kahlgefressen. Die riesigen Tiere fanden keine Nahrung mehr, wurden körperlich schwächer und bekamen keinen Nachwuchs mehr. Unwetter setzte ein und die stärksten Dinosaurier wollten den Naturgewalten entfliehen und für sich neue Lebensgebiete erschließen. Sie kamen nicht weit. Schwere Gesteinsbrocken von Meteoriten aus dem Weltraum schlugen auf die Erde und jegliches Leben wurde vernichtet.

Die kleinen Zwergenkinder, die nicht größer als die größten Steinpilze im Wald waren, lauschten den Erzählungen mit leuchtenden Augen. Ihre Münder standen offen. Ein bisschen Furcht schlich sich mit ein. Speziell, als über die Steinzeitmenschen geredet wurde, die im dichten Wald lebten, um sich vor Sonne, Unwetter und großen Tieren zu beschützen. Sie wohnten in Höhlen, legten sich schlafen, wenn die Dunkelheit anbrach und standen erst auf, wenn es hell wurde. Um Feuer zu machen, rieben sie zwei Hand große Steine gegeneinander und garten auf offenem Feuer ihr einfaches Gericht. Das Fleisch von erlegten Tieren haben sie am Spieß gebraten. Ihre Kleidung war aus Fell, dass sie gleichzeitig vor Hitze und Kälte schützte.

Zu jener Zeit lebten nicht nur Eulen und Uhus in Baumlöchern, sondern man glaubte auch an kleine Kobolden, die mit den Steinzeitmenschen angeblich Schabernack trieben. Sie erschreckten die Menschen mit ihren blinkenden Augen. Oder waren es doch nur die Nachttiere, die in den Bäumen lebten? Oder im Sommer die Glühwürmchen? Dennoch die kleinen Kobolde taten niemanden etwas zu Leide. Bis tief in die Nacht hinein wurde fabuliert und erzählt. Alle Zwerge und Wichtels waren sehr glücklich miteinander und versprachen bald wieder ein gemeinsames Fest zu veranstalten.

Das grübelnde Wichtelmännchen und die Begegnung mit dem alten Mann in der Tropfsteinhöhle.

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