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Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen

67. Folge: Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen

Nun, zum Glück hielt die Kälte nicht lange an und die Temperaturen stiegen sogar bis auf 11°. Schneeglöckchen und Märzenbecher blühten schon seit einigen Tagen. Auch Bäume und Sträucher setzten Knospen an, die ein späterer Maienfrost wieder zerstören kann. Dann schafft der Johannistrieb im Juni neues Laub.

Unsere kleinen Lieblinge waren froh, dass das wärmere Wetter der vordringenden Kaltfront Einhalt gebieten konnte. Tagelang, auch in der Nacht, zeigte sich kein einziges Wölkchen am Himmel. Keine Hast war also nötig, eine schützende Unterkunft zu finden. Waren die Kerlchen müde, brauchten sie sich nur unter ein Blätterdach zu legen.

Am anderen Tag beabsichtigten sie ihre Reise fortsetzen, wurden aber durch ein Vorkommnis aufgehalten, das sie berührte: Ein kleines Mädchen saß weinend auf einem Baumstumpf. Die Wichtels eilten zu ihm hin, um zu erfahren, was geschehen war. Unter Tränen gestand das Kind, dass es von zu Hause fort gelaufen sei. Wütend wäre es durch unwegsames Gelände gerannt, hätte nicht aufgepasst wohin der Weg führt und sich verirrt. „Wie lange bist du schon unterwegs ?“, wollten die Waldbewohner wissen. „Seit gestern Abend“, erwiderte es traurig. „Der Wald ist modrig“, sagte Vater Wichtel, „diese Feuchtigkeit verträgt kein Mensch ohne krank zu werden. Deine Eltern machen sich gewiss große Sorgen um dich“. „Nein, nein, das kann nicht sein. Mein Brüderchen wird mehr umsorgt als ich“. „Ach, daher weht der Wind, du glaubst, benachteiligt zu werden“, entgegnete der Zwergenlehrer, „das glaube ich nicht“.

Das sorglose Häslein

Wie Max aus den Krallen einer Dole befreit wird

63. Folge: Wie Max aus den Krallen einer Dole befreit wird

Sie packte das Kerlchen an seinem Hinterteil und flog mit ihm davon. „So etwas,“ schnatterte die Gans, „was erlaubt sich dieser Vogel. Wenn ich das Zwergenkind nicht zurückbringe, dann werde ich beschimpft und ausgestoßen. Das wäre furchtbar.“ Wild entschlossen schoss sie wie eine Rakete dem Krähenvogel nach. Da durfte kein anderer Artgenosse in die Quere kommen. Der wäre rücksichtslos angerempelt worden. Mit ihrem kraftvollen Flug holte sie die Dohle schnell ein und zwang sie auf den Boden. Ihr Zorn war so heftig, dass sie der Dohle mit dem Schnabel einige Hiebe versetzte.

Angstvoll flog das diebische Tier davon. Endlich konnte sich das Wichtelkind auf den Rücken des Vogels schwingen, wobei es sich einen sicheren Halt zwischen Kopf und Rumpf suchte. Sein Herzchen schlug ihm immer noch bis zum Hals. Noch während des Fluges erholte sich Mäxchen und kam wohlbehalten im Kreise seiner Freunde an. Leider konnte sich das Federvieh nicht lange an diesem Platz aufhalten, denn da wären alle schutzlos den hungrigen Wölfen und Füchsen ausgeliefert gewesen. Zum anderen fanden die Zwerge an den Ufern keine Kräuter und salziges Meerwasser löscht nicht den Durst.

Über eine Stunde hatte der Flug gedauert bis sie waldreiches Gebiet erreichten. Hier fanden die Wichtels einen offenen verfallenen Schuppen, der genügend Platz für alle gewährte. Es dämmerte schon als sie sich zur Ruhe begaben. Aber vorher wurde untereinander ausgemacht, wer in der Nacht Wache halten sollte und wer wen nach zwei Stunden ablöste.

Ein Lämmchen verletzte sich.

Der neugierige Max bringt Zwerge und Gänse in Sorge

62. Folge: Der neugierige Max bringt Zwerge und Gänse in Sorge

Max war ein neugieriger Junge und wollte sich eine solche verlassene Brutstätte genauer betrachten. Dabei neigte er sich zu weit nach vorne, verlor das Übergewicht und fiel in das leere Elsternnest. Er rief den davon fliegenden Vögel nach. Umsonst. Seine Schreie verhallten leider ungehört. Erst an der Meeresküste, wo man eine Rast einlegte, stellte Frau Wichtele fest, dass ihr Max fehlte. Sie schaute bei jeder Gans nach, ob der Bub sich nicht versteckt hatte oder einen dummen Streich spielen wollte. Leider war die Suche ergebnislos.

In ihrer Verzweiflung wendete sie sich an Vater Wichtel. „Wie, der Racker ist verschwunden?“, gab er erstaunt zur Antwort, „da müssen wir den gesamten Umkreis absuchen.“ Der Gänsevater überlegte nicht lange und stieg sogleich zum Flug auf. Zum Glück brauchte er nur eine kurze Strecke zurück zu fliegen, um den kleinen Schreihals als bald ausfindig zu machen.

Allerdings gestaltete sich Max`s Rettung schwierig, denn der Vogel war durch seine Schwimmfüße nicht in der Lage sich auf einen Ast nieder zu lassen. Also musste er ganz dicht an das Nest heran fliegen, und das Wichtelkind musste versuchen, auf den Rücken der Gans zu springen. Eine komplizierte Sache. Max hatte natürlich unheimlich Angst vor diesem Sprung. Eine Dohle, die zufällig um diese Zeit ihre Kreise zog, erkannte die schlimme Lage, in der sich Tier und Zwerg befanden.

Wie Max aus den Krallen einer Dole befreit wird.

Der Zwergenlehrer gerät in die Hände eines Riesen

59. Folge: Der Zwergenlehrer gerät in die Hände eines Riesen

In ihrem Freudentaumel, merkten sie nicht, dass ein großer Mensch sich ihnen näherte. Hinter einem Baum blieb er dann stehen und beobachtete die Zwerge mit einem Fernrohr.

Max und Mitti war es ein bisschen langweilig geworden und schlenderten beim Spielen in die weitere Umgebung. Auf der Suche nach ihnen, kam der Zwergenlehrer vom Weg ab und lief dem Riesen geradezu vor die Füße. „Solche Pranken sind mir im Leben noch nie begegnet,“ murmelte er vor sich hin. In dem Moment bewegte sich dessen gewaltige Hand auf ihn zu und ergriff ihn. „Das ist hinterhältige Taktik, so geht man nicht mit Schwachen um“, brüllte er. Mit einem spitzen Stöckchen stach er dem Riesen in den Daumen. „Autsch“, schrie der Hüne, öffnete flugs seine Hand und ließ den armen Kerl ganz einfach fallen. Zum Glück purzelte der Schulmeister auf weichen, moosigen Boden, das seinen Aufprall abfederte. Lustig pfeifend, als sei nichts geschehen, stapfte er zu seinem Völkchen zurück.

Eine halb verweinte Sonne lugte zwischen den dahin ziehenden grauen Wolken hervor und sandte ihre herbstlichen Strahlen zur Erde. Kurze Zeit später zogen Flieger kreuz und quer lange Kondensstreifen über den blauen Himmel, die alsbald breiter wurden und sich auflösten oder einzelne Wolkenfelder bildeten. Ängstlich sahen die Wichtels nach oben, weil sie fest glaubten, dass böse Geister hier ihren Ursprung hätten.

Die Suche nach einer Bleibe.

Die Zwerge geraten in eine lebensbedrohliche Situation

56. Folge: Die Zwerge geraten in eine lebensbedrohliche Situation

Der Herbst zog ins Land; die Tage wurden kürzer und kühler. Es war jetzt höchste Zeit für die kleinen Waldmenschen eine vor Schnee und Eis schützende Höhle zu finden. Und das Suchen war nicht leicht, besonders in der gerade stattfindenden Mondfinsternis. In der Nähe von sumpfigen Wiesen, wo sich die Feuchtigkeit auch über die weiten Flächen, also bis in den Wald erstreckte, konnten sie auf keinen Fall bleiben.Trotz aufkommender Müdigkeit hielten sie ihre Äugelchen weit offen, um einen geeigneten Unterschlupf zu finden.

Eine Eule beobachtete die Zwerge und hatte Mitleid mit ihnen. Darum flog sie zu den kleinen Wanderer hin und fragte: „Wohin des Weges? In der Dunkelheit seht ihr doch nichts mehr. Ihr könnt Euch verirren und böse Waldgeister nehmen Euch gefangen, weil ihr versehentlich das von ihnen bewachte Gebiet betreten habt.“ „Wir suchen einen Unterschlupf, wo wir uns ein wenig ausruhen können, nur für diese Nacht“, antworteten die Wichtels, „und morgen ziehen wir weiter.“ „Damit Euch kein Unglück geschieht, zeige ich Euch eine Höhle, die im Bereich einer Quelle liegt. Dort treffen sich in aller Frühe alle Tiere des Waldes und schwatzen über Klatsch und Tratsch im Walde. Dabei sind sie ungewöhnlich laut. Aber das darf Euch nicht stören. Rechts daneben liegt der unterirdische Bau, in dem ihr übernachten könnt.“ „Danke, liebe Eule“, antwortete Vater Wichtel. Aber plötzlich, noch bevor die Zwerge ihr Ziel erreichten, kam dichter Nebel auf. Ihr Blickfeld wurde so eingegrenzt, dass sie kaum noch die Hand vor den Augen sahen. Sie hörten zwar den Flügelschlag des Raubvogels, konnten ihn aber nicht mehr sehen.

„Was soll das bedeuten?“, fragte sich das Waldvölkchen. „Wer will uns einen Streich spielen, doch nicht die Eule?“ Als alle beratschlagend zusammen standen, vibrierte unter ihnen die Erde und gab nach. Die Wichtels waren so erschrocken, dass sie nach Ästchen und Zweiglein griffen, um sich Halt zu verschaffen. Leider nicht lange. Sturm setzte ein und die kleinen Leutchen wurden wie dürre Blätter fort geblasen. Keiner von ihnen konnte sich dagegen wehren. Sie fügten sich ihrem Schicksal und landeten mitten im Gelände der bösen Waldgeister. Die freuten sich, unverhofften Besuch bekommen zu haben. „Was wollt ihr hier“, fragte sarkastisch der Herrscher die heftig zitternden Wichtels, „ihr habt Euch so zu sagen in die Höhle des Löwen gewagt. Ihr wisst, dass ihr hier nicht mehr herauskommt. Wir werden euch in einen Untertagebau stecken, wo ihr für uns Fronarbeit leisten müsst. Für den, der nicht ordentlich arbeitet, gibt es nichts zu essen und zu trinken. Statt in weichen Betten werdet ihr auf hartem Boden schlafen.“ Den Zwergen überlief ein Grauen. Denn keine Seele wusste, wo sie sich befanden. Trotz allem gaben sie die Hoffnung nicht auf, eine Lösung zu finden, um hier herauszukommen. Sie dachten in erster Linie an die Eule, die ihnen helfen könnte, weil sie vor diesem schrecklichen Ort warnte.

Die Eule flog auf ihren Baum zurück, wo sie ihr Nest hatte. Sie war sehr aufgeregt Durch ihr unkluges Verhalten waren die Wichtel in einen Hinterhalt geraten. Ihre Vermutung, dass das Völkchen wegen der schlechten Sicht sich verirrt hatte und in das Gebiet der bösen Geister geraten sein könnte, war richtig. Leider konnte sie in dieser Nacht nichts mehr unternehmen, da sich die meisten Tiere bereits bei Eintritt der Dämmerung in ihren Bau verkriechen. Erst am nächsten Morgen, als die Sonne ihre ersten Strahlen auf die Erde sandte, erzählte ihnen die Eule, dass durch ihre Schuld die Zwerge verschwunden wären. „Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, alles versuchen, sie zu befreien.“ „Warum wir, du hast dich nicht mehr um sie gekümmert, weil du glaubtest, sie kämen alleine zurecht, also jammere uns nichts vor“, meinte der Hirsch. „Bitte helft mir, wir können sie jetzt nicht im Stich lassen“, bat die Eule flehentlich. „Gut, wir wollen nicht so sein“, brummte der Hirsch, „ich werde mich mit den kleinen Erdgeistern in Verbindung setzen. Es sind ganz liebe Gnomen, aber wenn es um Ungerechtigkeit geht, können sie ganz schön unangenehm werden.“ Inzwischen schauten sich die Zwerge die Umgebung der Höhle etwas genauer an, ob dort trotz Dunkelheit Kräuter und Pflanzen wachsen, die sie heimlich zur Stärkung ihrer Kräfte zu sich nehmen könnten. „Was glotzt ihr so herum, es gib keinen Ausgang für Eure Flucht. Hier kommt ihr nicht mehr heraus“, brüllte der Gebieter die armen Kleinen an und forderte sie auf, endlich weiter zu gehen. Sie sollten sich schlafen legen, damit sie am anderen Tag die schwere Arbeit verrichten können. Mitten in der Nacht hörten sie seltsame Kratzgeräusche. Sie spitzten ihre Ohren. „Was ist das?“, fragten Lisa und Max. „Pst, pst“, kam es aus der hinteren Ecke. „Ruhe da drinnen“, schrie ein Aufpasser, „haltet eure Mäuler, sonst gibt es mit dem Knüppel auf die Nuss.“ Unsere kleinen Freunde konnten vor Aufregung nicht einschlafen, da sie von jetzt an auf jeden noch so leisen Ton, der ihnen zu Ohren kam, achteten. Unheimliche Stille herrschte. Die Nerven der Zwerge waren zum Zerreißen gespannt. Da, plötzlich tat sich unter ihnen die Erde auf und einer der rettenden Erdgeister erschien auf der Oberfläche. Klar, dass die Wichtel fast zu Tode erschrocken waren und und kein Wort hervorbrachten. Sie hatten nur noch das Ende vor Augen. „Schlimmer kann es wirklich nicht mehr kommen“, dachten sie und beugten sich dem scheinbar unabwendbaren Schicksal. Der Erdgeist blickte in die traurigen Gesichter und säuselte: „Ihr braucht Euch nicht mehr zu ängstigen. Ich will euch zur Flucht verhelfen. Wir Erdgeister haben einen Tunnel gegraben. Durch diesen unterirdischen Gang kriecht ihr durch. Es wird ein bisschen anstrengend werden. Aber nur so erlangt ihr Eure Freiheit wieder“. „Was geschieht, wenn die Bösewichte unseren Ausbruch bemerken?, entgegnete der Wichtelvater. „Wir haben uns entsprechend vorbereitet“, wurde ihm erwidert. „Wie, das werdet ihr sehen, wenn die Kerle uns Schwierigkeiten machen. So, überlegt nicht lange und habt nicht so viele Bedenken. Ich gehe vor und ihr krabbelt hinter mir her.“ Alle Zwerge folgten vertrauensvoll dem Gnomen. Allerdings traten bei den Wichtelkindern nach einer gewissen Zeit Atembeschwerden auf, weil in dem Gang die Luft sehr stickig war. Als sie die Hälfte der Wegstrecke geschafft hatten, wurde kurz Rast gemacht. Da beruhigte der Erdgeist die Kleinen, in dem er auf das Licht am Ende des Tunnel hinwies. „Haltet durch“, sprach er, „bald sind wir am Ziel und außerhalb des Einflusses der bösen Waldgeister.“

Am liebsten hätte man aufgegeben, denn diese zwangsläufige Art der Fortbewegung zehrte an ihren Kräften. Keuchend und schwitzend schoben sie ihre schlappen Körper weiter und achteten auf nichts mehr. Völlig erschöpft erreichte das Waldvölkchen den Ausgang, den die gemeinen Waldgeister ihnen versperren wollten. Laute Freude herrschte, als die Eule erschien und allen mitteilen konnte, dass diese schurkigen, wesenlosen Schemen in Lemminge verwandelt worden seien. Wegen Übervölkerung verlassen die kurzschwänzigen Nagetiere alle 3-4 Jahre in riesigen Scharen ihre Wohngebiete und diese Wanderschaft führt blindlings ins Meer, vor dem sie nicht mehr zurückweichen können. In dem angeblichen unterirdischen Bergwerk hatte man kein Erz finden können. Auch sei keine Lagerstätte für entsprechende Werkzeuge zum Abbau eingerichtet gewesen. Statt dessen lagen überall Tierskelette herum. Daraus war klar zu erkennen, was diese bösen Geister vor hatten. Jetzt war wirklich Eile geboten, da die Wichtels vor Übermüdung schon über ihre eigenen Füßen stolperten, die Höhle zum Ausruhen und Schlafen anzusteuern. Bevor sie sich nieder legten, stillten sie ihren Durst an der in der Nähe liegenden Quelle.

Auch in der nächsten Nacht fanden die Zwerge noch keine Ruhe.

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