Die Geschichte von kleinen Waldmenschen

Zwerge

Die Zwerge werden im Schlaf gestört

35. Folge – Die Zwerge werden im Schlaf gestört

Nach diesem spannenden Ereignis entschied man sich an Ort und Stelle zu verbleiben, denn in der Finsternis des dichten Waldes war es zu schwierig den rechten Weg zu finden. Sie legten sich alsbald zum Schlafen unter Sträuchern, die hier sehr üppig wuchsen. Doch bevor alle ihre müden Glieder ausstreckten, riet Herr Wichtel und der Zwergenlehrer davon ab, sich auf dem sandigen, weichen Waldboden niederzulassen, wo die fleißigen, roten Waldameisen ihren mannshohen Hügel aus Millionen von Nadeln, Ästchen und Zapfenschuppen zusammengetragen hatten. „Diese rastloen Insekten können Euch beim Schlafen stören“, meinte das Zwergenoberhaupt, „deshalb sucht Schutz zwischen Pflanzen und Büschen.“ Ein paar Zwerge nahmen den ihnen gegebenen Rat wörtlich und kletterten auf die gefächerten Blätter der hohen Farne. Es dauerte nicht lange, da waren alle fest eingeschlafen. Sie ließen sich nicht durch Knistern und Rascheln, das von dem geheimnisvollen Leben im Walde Kunde gibt, stören. Auch das Rotwild, das erhobenen Hauptes an ihnen vorüberzog, behelligte die Zwilche nicht. Sie schnarchten sehr geräuschvoll, so dass die Waldmäuschen erschraken und schlotternd in ihre Löscher wuselten, um dieser lebhaften Sägerei zu entgehen. In der Ferne braute sich ein Gewitter zusammen und zog glücklicherweise südwärts.

In dieser Nacht drohte den Knirpsen eine echte Gefahr. Einer der Kobolde entdeckte die im Unterholz schlafenden. Er pfiff seine Artgenossen herbei. Diese Störenfriede hatten offenbar Lust einen Streit vom Zaun zu brechen. Sie hüpften wie Butzemänner zwischen den ruhenden Waldleutchen herum, kitzelten sie an ihren Füßchen und stießen satanische Schreie aus. Die überrumpelten Zwerge zogen geschwind ihre Tarnkappen über ihre Köpfchen und verschwanden zwischen Gräsern und Blümchen. Nun geschah etwas, womit die gemeinen, grimmigen Kobolde nicht gerechnet hatten. Sie wurden von den so genannten Soldaten der roten Waldameisen angegriffen. Mit ihren vergrößerten Mundwerken bissen sie sich an den boshaften Gnomen fest und zwangen sie so zur Flucht. Abgehetzt und außer Atem erreichten sie das Ufer eines Tümpels und tauchten ihre geschundenen Arme in das stehende Gewässer, damit die Wunden gekühlt wurden. Selbst hier konnten sie keine Verschnaufpause einlegen, denn die kleinen, arglistigen Waldgeister wurden von blutsaugenden Wasseregeln angegriffen. Rasch zogen sie ihre Ärmchen aus dem Tümpel heraus und fluchten lauthals schreiend in der Gegend herum. An liebsten hätten sie auf den Ameisen herumgetrampelt. Leider waren sie längst verschwunden, flitzten zu ihrem Ameisenvolk zurück, damit dieses vor fremden Angriffen weiterhin geschützt blieb.

Die Wichtels fanden keinen erholsamen Schlaf mehr, weil die fliegenden Leuchtkäfer durch die plötzliche Attacke ganz durcheinander geraten waren. Diese Glühwürmchen konnten ihre am Boden flügellosen Weibchen trotz ihres Leichtvermögens nicht mehr ausfindig machen. Zu dem belästigte das Geflimmere und Gesurre die Zwerge. Erst am frühen Morgen fielen sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf und erwachten erst, als die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hatte. Noch schlaftrunken liefen die kleinen Racker zu einem klaren Rinnsal, wuschen ihre Gesichtchen, wobei sie ihre Äugelchen ordentlich rieben. Ständig, ähnlich den Wildtieren, spitzten sie ihre Ohren, um bei Gefahr rechtzeitig abzuhauen.

An jenem Tage hörten sie Kinderstimmen. Schnell schlüpften die Zwerge unter einen Busch am Rande einer Senke und warteten bis die kleinen Wanderer näher kamen. Es waren mehrere Buben, die durch den Wald strolchten. Direkt vor der Kuhle, wo die Zwerge sich verborgen hielten, legten sie eine kurze Rast ein. Mit dabei war der Sohn vom Tierarzt. Lisa erkannte Hänschen und machte sich bei ihm bemerkbar. Während die anderen Wichtels im Hintergrund blieben und beobachteten. Das tapfere Mädchen setze ihre Tarnkappe ab. Vorsichtig lief sie auf Hänschen zu, krabbelte an seinem Rücken hoch, bis zum Ohr. Sie flüsterte ihm zu, er solle ruhig bleiben, nicht erschrecken und auch nicht um sich schlagen. Hänschen erkannte ihre Stimme. Seine Freunde schauten ihn verwundert an, weil er ein seltsames Verhalten zeigte. Lisa verschanzte sich in seinen Haaren und erzählte ihm: „Ich habe dem Gespenst zur ewigen Ruhe verholfen, du brauchst dich nicht mehr zu fürchten.“ Kaum hatte sie zu Ende gesprochen, da kam ein riesengroßes, feuerspeiendes Ungetüm angeflogen. Es schnappte sich die beiden im Fluge und verschwand ohne eine Spur zu hinterlassen. Die Kinder und die Zwerge schauten verdutzt und erschrocken in die Richtung, in die der Riesenvogel sich mit Hänschen und Lisa an Bord auf und davon machte. Die Zwilche kamen aus ihrem Hinterhalt gelaufen. Einer der Jungens kroch zu unseren Freunden hin. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Allesamt standen sie unter Schock. Vater Wichtel erläuterte den anwesenden Kindern und Zwergen, dass er mit den im Wald lebenden Tieren so gleich Verbindung aufnehmen wolle. Irgendeiner von ihnen wird wohl wissen, wo dieses Monster lebt. Gesagt, getan. Wie ein Lauffeuer sprach sich dieses fürchterliche Vorkommnis herum. Sogar Laubfrösche, die sonst nur ihr Gequacke im Kopf haben, beteiligten sich.

Die Entführung.

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Der plötzliche Abschied von den Planetariern und warum den Zwergen das Wasser so gut schmeckte

28. Folge: Der plötzliche Abschied von den Planetariern und warum den Zwergen das Wasser so gut schmeckte

„Sie scheint wie die anderen Planeten, Sterne und Monde im All zu schweben. Es sieht fast so aus als sei sie an einem unsichtbaren Faden im Himmelsraum aufgehängt worden. Dem ist nicht so. Die Erde dreht sich in 24 Stunden mit großer Geschwindigkeit um ihre eigene Achse. Durch diese Drehung entstehen Tag und Nacht und einmal im Jahr umrundet die Erdkugel die Sonne. Schaut mal ganz genau hin: Die Wüsten leuchten in hellen gelben Farben. Wir fliegen gerade darüber hinweg. Dort wo der Tropenwald sich ausgebreitet hat, zeigt die Erde ihre grüne Seite und dazwischen sehen wir blaue Stellen. Das sind die Meere, die ungefähr 71 Prozent der Erdoberfläche einnehmen. Von weitem gesehen, sieh die Erde sehr friedlich aus. Dieser Schein trügt, das wissen wir alle.“

Plötzlich ertönte auf dem Instrumentenpult ein Alarmsignal. Der Pilot drückte auf einen roten Knopf und eine aufgeregte Stimme sagte: „Kommt sofort zurück. Ihr seid in Gefahr. Feindliche UFOs haben Euch geortet und wollen angreifen. Bringt die kleinen Gäste zur Erde zurück. Fliegt dann in südwestlicher Richtung zur Galaxis.“ Die wunderbare Tour jetzt abbrechen zu müssen, tat allen leid. Die Aliens senkten das UFO auf ein dunkles Waldstück. Um nicht von weitem gesichtet zu werden, schalteten sie die Außenlampen und Innenbeleuchtung während der Landung aus, ließen aber die Antriebsmotoren laufen. Die Planetarier halfen den Wichtels beim Aussteigen. Dieses Mal war der Abschied kurz, denn die Außerirdischen mussten sich schleunigst in Sicherheit bringen. Das Wichtelvölkchen beobachtete vom Boden aus den Aufstieg und Weiterflug der Raumschiffe bis diese am Horizont verschwunden waren. Schade, dass das traumhafte Abenteuer unerwartet beendet werden musste. Wenngleich ein schmerzliches Gefühl hinsichtlich der plötzlichen Trennung auftrat, so glaubten sie an weitere Begegnung mit den Außerirdischen.

Im Augenblick hatten unsere Freunde den schnellen Abschied innerlich zu verkraften. Überdies finden ihre Mägen an zu knurren, weil sie stundenlang nichts zu sich nehmen konnten. An diesem Ort, wo die Zwilche abgesetzt wurden, wuchsen saftige Kräuter und paar Meter weiter entdeckten sie im Fichtenwald Pilze, wie Steinpilze, Pfifferlinge, Maronenröhrlinge. In der Nähe floss ein schmaler Bach. Hier bot ihnen die Natur ein wahres Tischlein-deck-dich. Sogar das Wasser, dass sie dem Bächlein entnahmen, hatte einen besonderen Geschmack, dem sie sich nicht entziehen konnten. Zunächst nippten die kleinen Racker an dem Wasser. Sie wollten den Geschmack des köstlichen Nass herausfinden. Ihr feiner Sinn für Essen und Trinken veranlasste sie ihrem Gefühl nachzugeben und noch mehr zu sich zu nehmen. Sie pichelten und pichelten und pichelten bis sie guter Laune waren. Das Zwergenvölkchen hüpfte und sprang herum, schlug Purzelbäume und sang. Herr Wichtel konnte nicht begreifen, dass das Wasser die Kerlchen so lustig machte. Er ging deshalb der Sache nach, lief an dem Bächlein entlang, dass zu einem Weingut führte. Auf leisen Sohlen huschte er in den Hof der Kellerei und von da aus in die Räume, wo riesige Weinfässer lagerten. Siehe da, einer der Holzgefäße war undicht. Was war die Folge? Dieses Gewässer wurde sozusagen in Wein verwandelt. Immer wieder versuchte Herr Wichtel seines Männleins zur Vernunft zu bringen. Sie waren derartig beschwippst und beduselt. Da war guter Rat teuer; wie sollte man sich bei der lauten Gesellschaft Gehör verschaffen? Nach und nach stellte sich bei allen Waldmenschen Erschöpfung ein. Sie konnten sich nicht mehr auf ihren Beinchen halten, fielen wie Plumpsäcke auf den weichen Waldboden und schliefen sogleich ein.

Am nächsten Tag, so um die Mittagsstunde, versuchte Herr Wichtel die trunkenen Gesellen zu wecken. Das Aufstehen fiel ihnen sehr schwer. In ihren Köpfchen rauschte, hämmerte und brummte es. Nur Herr Wichtel fühlte sich einigermaßen wohl. Er erklärte allen was geschehen war. Dabei schmunzelte er und meinte: „Manches Mal tappen wir in etwas hinein, wofür wir nichts können. Also erholt Euch erst einmal. Morgen geht es weiter.“ Miti und Giti machten einen Spaziergang durch den Fichtenwald, um nach Tieren und Pflanzen Ausschau zu halten. Titi und sein kleiner Bruder Max schlossen sich der Wanderung an.

Gefangennahme des Zwergenlehrers durch Pilzsammler.

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Die Aliens laden die Zwerge zu einem Rundflug um die Erde ein

27. Folge: Die Aliens laden die Zwerge zu einem Rundflug um die Erde ein

Gemeinsam stellte man fest, dass, wenn die Erde tatsächlich Schaden nähme, das Zusammenspiel im Universum aus dem Gleichgewicht geraten könnte. Sehr oft hätten die grauen Außerirdischen bei Rundflügen im Weltall Explosionen beobachtet und wie dabei ganze Landschaften verbrannt und verwüstet wurden. Während der Unterhaltung merkten die kleinen Spürnasen, dass die grauen Ufoleute im Gegensatz zu den grünen einen siebten Sinn für Sprache hatten. Sie waren fähig jedes Wort, sobald sie es hörten, in ihrem Gehirn in die Planetensprache umzuwandeln. Dadurch war es ihnen wiederum möglich in der jeweiligen Sprache zu antworten. So war eine Verständigung untereinander ohne weiteres möglich. Die fremden grauen Planetenwesen äußerten sich sehr ärgerlich über die irdischen Bewohner. „Fast alle Völker auf dem Planeten Erde wollen ein friedliches Leben führen“, sagte der graue Alien, „und möchten sogar darin unterstützt werden. Wir Außerirdischen sind dabei, die Erde zu erforschen. Greifen wir ein, dann können wir keine Ergebnisse erhalten und diese nicht nutzen. Es wird der Tag kommen, an dem wir unser Vorhandensein den Erdbewohnern beweisen können. Damit ihr Euch ein Bild machen könnt, in welchen Zustand die Erde sich befindet, laden wir Euch Zwerge zu einem Rundflug ein.“ „Au fein, das ist ein tolles Angebot“, erwiderten die Zwilche, „dann können wir Kleinen die Erde von ganz oben betrachten.“

Ein Teil von ihnen stieg zu den grünen asiatisch aussehenden Planetenbewohnern und die anderen kletterten zu den von den Plejarden kommenden grauen Bewohnern. Wie üblich wurden die Treppen eingezogen, die Türen geschlossen und die Schutzschilder ausgefahren, die die Flugobjekte vor kosmischen Strahlen schützen sollten. Die UFOs stiegen steil himmelwärts ohne ruckartige Bewegungen auf, um gemeinsam im Weltrum zu schweben. Unsere kleinen Freunde waren überwältigt über die mit unglaublicher Technik ausgestatteten UFOs. Viele verschiedenartige Lichter zeigten an, was die Besatzung zu tun hatte. Das Instrumentenbord, ringsherum angebaut unter mehrschichtigen Glasfenstern, gab ständig Signale. Sogar ein großes Navigationsgerät war in der Höhe der Decke angebracht. Dieses zeigte dem Piloten an, wo man sich im Augenblick befand. Die Nasenspitzen der kleinen Racker reichten nur bis an die Kante des Instrumentenbretts. Deshalb kletterten sie hoch und stellten sich oben drauf. Jetzt konnten sie die Reise um die Welt erleben. Von da aus blickten die Knollennasen in den endlosen Weltraum, den die Mutter Erde umgab. Es war noch hell. Die silbernen Scheiben glitten über den Wolken, die sich nach und nach stellenweise auflösten, dahin. Die Sonnen strahlte den Globus an. Man hatte eine herrliche weite Sicht. Berge und Meere waren deutlich erkennbar. Die flachen Flugobjekte flogen in östlicher Richtung. Immer wieder musste irgendwelchen Metallteilen, die im All herumschwirrten, ausgewichen werden.

Das Cockpit wies dem Alien, der die fliegende Untertasse steuerte, durch Alarmmeldung auf diese Gefahren hin. Während sie den Erdball umkreisten, wunderten sich die Zwerge über die Flammen, die stoßweise hochschossen. Die Außerirdischen erklärten ihnen: „Eben diese blitzenden Flammen machen uns große Sorgen. Es sind Bombenexplosionen.“ Herr Wichtel wollte darauf hin wissen: „Gibt es denn keine Möglichkeit solche Attacken zu unterbinden?“ „Nein“, entgegnete der graue Gesell, „wir dürfen keinen Einfluss nehmen. Wir wissen, dass die Menschen ständig angreifen und erobern wollen.“ „Ja“, sagte Herr Wichtel, „das war unser Plan, den Menschen beizubringen, dass Kriege zu nichts führen.“ „Schau mal“, rief Miti, „eine Sternschnuppe schießt über den Himmel und verschwindet.“ Es war alles so aufregend für die Wichtelleute. Die beiden UFOs umkreisten die Erde wesentlich schneller als ein Passagierflugzeug. Dabei schien es, als würde die Sonne sie begleiten. Der graue Alien erklärte seinen Passagieren, dass auf der Sonne oft Stürme stattfanden und Gesteinsbrocken ins All geschleudert werden. „Also“, meinte der Außerirdische, „die liebe Sonne ist gar nicht so ungefährlich wie sie hingestellt wird. Seht mal auf die Erde.“

Der plötzliche Abschied von den Planetariern und warum den Zwergen das Wasser so gut schmeckte

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Die steinernen Zwerge und der böse Traum

23. Folge: Die steinernen Zwerge und der böse Traum

Unsere Wichtelleute bemerkten, dass sie sich für alle möglichen Dinge zu viel Zeit gelassen hatten. Deshalb mussten sie jetzt mehr Tempo vorlegen, um an Ziel ihrer Reise zu gelangen. da kam ihnen der Zufall zu Hilfe. Ein Milchbauer fuhr gerade mit dem Pritschenwagen von seinem Hof und wollte im nächsten Dorf Viehfutter einkaufen. Er hielt an der Ausfahrt an, weil ein Hund vor den Lkw lief. Diesen Augenblick nutzten die Zwerge aus und kletterten auf den Lieferwagen. Sie hockten sich natürlich mit Tarnkäppchen direkt hinter das Führerhaus in eine geschützte Ecke. Kaum hatten sie es sich gemütlich niedergelassen, schaltete der Fahrer in den ersten Gang und fuhr los. Das Fahrzeug rüttelte und schüttelte die kleinen Waldmenschen während der Fahrt unbarmherzig hin und her. Sie hielten sich krampfhaft an Kanten und Ecken fest, damit sie nicht vom Fahrtwind fortgeblasen würden. Bis zur letzten Straßenkurve vor dem Ort ertrugen alle Wichtels leidlich die Unannehmlichkeiten dieser Fahrt. Dann machte es plötzlich „Rumps“ und alle Zwerge purzelten über- und untereinander. Was war passiert? Ein Motorradfahrer hatte die Kurve geschnitten, knallte dabei mit voller Wucht gegen den Lkw und wurde in den Graben geschleudert. Der Bauer hielt an, besah sich seinen Wagen und eilte zum Unfallverursacher hin, um zu helfen. Zum Glück war ihm nichts geschehen, aber sein Bike hatte Totalschaden. Trotzdem wurden Polizei und Rettungsdienst gerufen. Unsere kleinen Gesellen kamen mit dem Schrecken davon. Sie stiegen schnell vom Lkw.

Per Pedes trippelten sie weiter, vorbei an riesigen Getreidefeldern. Es war Ende Juli, also die Zeit, in der das Korn reif war und geerntet werden konnte. Überall dröhnten die Motoren der Dreschmaschinen. Die Landwirte hatten alle Hände voll zu tun das Getreide unter Dach und Fach zu bringen. Die Wichtels reckten die Hälse. Sie waren kleine Nasenweise und wollten halt alles mitkriegen. Bald hatten sie den nächsten Ort erreicht, als sie auf dem Rasen vor einem Gartenhäuschen viele steinerne Zwerge stehen sahen. Die Wichtels waren allesamt bass erstaunt, dass jemand sie nachgebildet hatte ohne ihr Aussehen und Wesen zu kennen. Sie blieben noch einige Zweit lang vor dem Zaun stehen und betrachteten diese Figuren. Da ihre Füßchen und Beinchen nach der langen Tour unheimlich schmerzten, einigten sie sich auf der Wiese bei den stummen, unbeweglichen Gesellen zu übernachten. Doch bevor sie sich zum Schlafen hinlegten, krabbelten die Zwilche unter einen Bretterzaun durch. Sie liefen zur Tränke, die in einem Pferch aufgestellt war und kühlten ihre feinen Glieder. Sie plantschten so sehr, dass das Wasser in hohem Bogen über den Rand spritzte. Ein Lämmchen hörte die piepsigen Stimmchen. Es eilte zu der Stelle, wo die Geräusche herkamen und erblickte die badenden Wichtels. Verwundert schaute es dem spielerischen Treiben zu.

Allmählich brach die Nacht herein. Die Zwilche bedauerten wegen der Dunkelheit ihre lustigen Wasserspiele beenden zu müssen. Frisch gewaschen huschten sie zurück auf die Wiese. Jeder von ihnen fand ein freies Plätzchen vor oder hinter einem steinernen Gartenwicht, legte sich nieder in das Gras und begab ins Land der Träume. Sie träumten seltsame Dinge. Die Figuren seien plötzlich lebendig geworden. Mit Hacke und Schaufel bewaffnet, versuchten sie den Zwergen Angst und Schrecken einzujagen und sie aus dem Garten zu vertreiben. Aber die kleinen Waldleute schlugen zurück, so dass die steinernen Köpfe nur so rollten. Mit Geschrei und Trara wurden die Angreifer auf ihr Plätze verwiesen. Hier endete der schwere Traum, weil die Wichtels durch das Krähen eines Hahnes schlagartig geweckt wurden. Ob alle denselben Traum hatten, konnte man nicht erfahren. Wie auch immer, für sie war es die unruhigste Nacht ihres Lebens – und zu ihrer Freude standen die aus Stein geschaffenen Gartenzwerge unversehrt an der gleichen Stelle.

Gewaltiges Gewitter und der Erdgeist.

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Die Zwerge helfen einem Rehkitz, das seine Mutter verloren hat

22. Folge: Die Zwerge helfen einem Rehkitz, das seine Mutter verloren hat

Da nahmen alle Wichtels ihre Tarnkappen von ihren Köpfchen. Das Rehkitz zuckte zurück, denn es hatte noch nie so viele kleine Leute gesehen, zu denen es herunter schauen musste. Ihm war mulmig zu Mute und es wollte ins gegenüberliegende Feld flüchten. Die Zwerge blieben stehen, verhielten sich ruhig. Dem Gitti-Mädchen tat es sehr leid, weil das Kitz am ganzen Körper zitterte und bittere Tränen weinte. Die Zwerge fragten, warum es so traurig und verzweifelt wäre. Da wurde es zutraulicher und erzählte, dass seine Mutter kurz vorher von einem Traktor überfahren worden sei. An seinem rotbraunen Fell mit den weißen Punkten auf dem Rücken und an den Flanken hing Schmutz, der allmählich trocknete und abfiel. Eine Welt schien für ihn zusammengebrochen zu sein. Es fühlte sich elend und niedergedrückt. Seine Beine knickten ein und der Ohnmacht nahe, fiel das Kitz fast in den Graben, der neben dem Weg verlief. Während es auf dem Boden lag, streichelten die Knollennasen über sein Köpfchen, führten das ängstliche Waldtier zu einer klaren Quelle, die in der Nähe eines Haferfeldes lag. Dort stillte es erst einmal seinen großen Durst, den es durch den furchtbaren Schreck nicht mehr verspürt hatte. Gleichzeitig rieben Gitti und Miti den Schmutz von seinem geschwächten Körper. Dann trat Vater Wichtel auf den Plan und versprach, das unglückliche Wesen zu einem Rudel zu bringen. Aber vorher wollte er den unachtsamen Bauern aufsuchen und ihm einen Streich spielen. Dafür brauchte er Gänseeier, die er den brütenden Hühner unterlagen wollte. Mit diesem Vorschlag waren allesamt einverstanden.

Nicht weit vom Bauernhof lag eine Gänsefarm und dort stibitzten sie die Gänseeier und legten dafür die kleineren Hühnereier, die sie schon mitgebracht hatten, in die Nester. Natürlich gackerte das Federvieh entsetzlich, als die unsichtbaren Zwerge die Ställe jeweils aufsuchten und ihren gefassten Entschluss durchführten. Die Bäuerinnen hörten das ungewöhnliche Geschrei und rannten in den dunklen Stall. Sie konnten nichts außergewöhnliches erkennen. Sie glaubten, ein Fuchs wäre in den Stall geschlichen und hätte das Federvieh aufgescheucht. Da das anscheinend nicht der Fall war, schauten sie in den einzelnen Nester nach. Beide Frauen wunderten sich zwar über die Größe der Eier, ließen sie jedoch liegen. Langsam beruhigten sich die Hennen und setzten sich zum Brüten auf ihre Nester. Da es anfing dunkel zu werden, übernachteten die Zwerge mit dem Kitz in einer großzügigeren Behausung. Sie verpflegten es, machten ihm ein weiches Lager zurecht, damit das Jungtier sich erholen konnte. Der Eingang des Unterschlupfs wurde mit getrocknetem Gras locker zugestopft, um alle vor der kommenden kühleren Nacht zu schützen. Schon in der Abendstunde wurde die bleiche Sichel des Mondes am Firmament sichtbar und verhieß eine klare Nacht.

Nach dem die kleinen Leutchen und das Kitz ausgeschlafen und ihre Bäuche vollgeschlagen hatten, machten sie sich auf den Weg, das Rudel Rehe zu suchen, zu dem das junge Wesen gehörte. Keiner von ihnen wusste, wo die Waldtiere sich aufhielten. So nahm man den Pfad, der am Tannenwald entlang führte. Und siehe da, an einer ausgeholzten Stelle stießen die Wichtels auf das Rudel, das gerade beim Äsen war. Das Kitz sprang und hüpfte vor Freude als es seine Freunde sah. Das junge Tier wurde befühlt und beschnuppert. Dann erst nahmen es seine Artgenossen auf. Die Zwerge waren stolz und erleichtert, dass die Rehe sich seiner annahmen.

Nun konnten die Zwilche beruhigt zu dem Weiler zurück pilgern. Hier blieben sie die nächste Zeit, denn sie wollten dabei sein, wie der Bauer darauf reagiert, wenn statt Hühnerküken kleine flaumige Gänseküken aus den Eiern schlüpften. Nach ein paar Tagen war es soweit. Die Hühner rasten den watschelnden Gänseküken nach. Die Gänse begriffen das Verhalten der winzigen Hühnerküken nicht, die lediglich Körner picken wollten. Was tun, fragten sich die Bauern, die ebenso überrascht waren. Die Wichtels sahen mit Genugtuung wie die Bäuerinnen die Küken einfingen und in mit Stroh ausgelegten Kisten taten. Sie tauschten diese einander aus. Damit war jeglicher Schaden behoben. Herr Wichtel, der wie wir alle wissen, jedem Streit abhold war, betonte im Brustton der Überzeugung, dass es stets eine friedliche Lösung gibt, obwohl er selbst fast einen Zwist zwischen den Menschen ausgelöst hätte.

Die steinernen Zwerge und der böse Traum.

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