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Knecht Ruprecht verirrt sich

66. Folge: Knecht Ruprecht verirrt sich

Zu dieser Zeit befand sich Knecht Ruprecht auf seiner Rückreise. In der Dämmerung verirrte er sich und geriet auf den Pfad, der zur alten Hütte führte. Da er Stimmen hörte, hielt er an und schaute hinein. Noch bevor er etwas sagte, entdeckten ihn Max und Miti und riefen: „Seht mal, da kommt Knecht Ruprecht, der den St. Nikolaus in der Weihnachtszeit begleitet.“ „Freut euch nicht zu früh,“ bemerkte der Wichtelvater, „er hat die Rute zwar in seinem Schlitten gelassen, aber, wenn er sein Buch, das er stets in seiner Manteltasche mit sich herum trägt, herausholt und darin liest, dass ihr böse ward, dann gibt es keine Nüsse und Mandeln, die ihr so gern esst.“ „Ja, gutes Männlein, so ist es“, erklärte er, „dennoch will ich Milde walten lassen, weil ich ziemlich gestresst bin. Die zurückliegenden Weihnachtswochen waren sehr anstrengend. Ich musste mit dem schweren Sack auf dem Rücken, gefüllt mit Spielsachen und Süßigkeiten, weite Strecken zurück legen. Kam ich in ein Haus, dann stellte ich fest, dass die Kinder gar nicht so unartig waren, wie es in meinem Buche stand. Allerdings gab es auch welche unter ihnen, denen ich mit der Rute drohen musste, um sie zur Vernunft zu bringen und dann redeten sie, was sie alles angestellt hatten. Ihre Eltern waren darüber so entrüstet, dass ihnen selbst fast die Hand ausrutschte. Ich beschwichtigte sie, denn mit Prügel wird nur Hass erzeugt. Letzt und endlich hören dann die Kinder überhaupt nicht mehr. Ja, über euch Zwergenkinder gibt es keine schandbaren Nachrichten. Deshalb bekommt ihr von mir auch etwas.“ „Danke,“ schrien die Zwergenkinder, „dass du uns etwas mitgebracht hast.“ „Ich kann mich nicht lange bei euch aufhalten, da ich noch eine lange Reise vor mir habe. Bleibt so, wie ihr seid, kämpft weiter für die Gerechtigkeit. Tschüss bis zum nächsten Jahr.“

Knecht Ruprecht verließ die feucht kalte Hütte, schwang zum Abschied seine Peitsche in großem Bogen durch die Luft und verschwand im finsteren Wald.

„Tja“, meinte der stets umsichtige Zwergenvater, „wir kommen nicht umhin recht bald eine wärmere Bleibe zu finden. Wir erstarren sonst noch bei diesem Frost. Auf, auf ihr müden „Hasen.“ Daraufhin sammelten sich die Gänse, bereit zum Flug. Die Zwerge setzten sich auf das weiche und wärmende Gefieder der Vögel. Dynamisch wie Flugzeuge erhoben sich die Gänse und landeten kurze Zeit später auf einer ausgeholzten Stelle im Wald. Hier luden sie die kleinen Waldmenschen ab.

Die Wildgänse flogen sodann nach Südskandinavien weiter und machten dort an einem der Teiche Station.“

Die Zwerge wollen ihre Reise fortsetzen, aber ein weinendes Kind – morgen geht es weiter….

Die Zwergenkinder begeben sich in Gefahr

51. Folge: Die Zwergenkinder begeben sich in Gefahr

Lisa verbarg sich derweil unter wildwachsenden rauen Gesträuch und schaute sorgenvoll den vorwitzigen Schlingels zu: „Bleibt doch zurück. Überlegt war ihr macht.“ In diesem Augenblick wurde ein Lukenfenster geöffnet. Stimmengewirr drang nach draußen. Wie es schien, waren die Außerirdischen mit ihren Kollegen vom Mars in Funkverbindung. Die beiden Wichtelkinder, die hinter einem Baumstumpf Stellung bezogen hatten, trauten ihren Augen nicht, als die grünen Männer eine rötliche Hautfarben annahmen. „Was bedeutet dieser Farbwechsel?“, raunte Miti Max zu. „Ich weiß es genauso wenig wie du. Mir fällt nur auf, dass beide sehr aufgeregt sind.“ Miti und Maxi schlichen sich jetzt dichter an den Flugkörper heran, um mehr zu erfahren. Ihre Blicke waren nur nach oben gerichtet. Sie achteten nicht auf die Wegstrecke und übersahen eine kleine, sandige Fallgrube, in die sie hinein rutschten. Da geschah etwas merkwürdiges: Ein feiner Sandstrahl schoss empor, ein zweiter folgte. Misstrauisch sahen die Wichtelkinder nach unten. Hier hielt sich ein räuberischer Ameisenlöwe im Sande verborgen und lauerte auf Beute. Auf diese Weise versucht die Larve der Ameisenjungfer Ameisen zu erlahmen und zu fangen. Geschwind und affenartig zogen sich die Wichtels an den seitlichen aus dem Erdreich herausstehenden Würzelchen hoch. Dabei verloren sie ihre Tarnkappen und wurden zur Zielscheibe der Marsianer. Pfeile, dünn und spitz wie Nadeln, sausten neben ihnen in den Waldboden. Die Zwei rannten hastig über das dicht belaubte Gelände bis sie aus dem Blickfeld der Angreifer waren. In der Nähe befand sich Lisa. Durch Zeichen machte sie sich bemerkbar und lockte ihren Bruder und dessen Freund in einen unterirdischen Gang, wo sich das Zwergenmädchen verkrümelt hatte, um von da aus die Jungens zu beobachten. Keuchend und nach Luft ringend, betraten die beiden Freunde das schützende Versteck und waren froh, mit heiler Haut davon gekommen zu sein.

Die drei Zwergenkinder legten erst mal eine Verschnaufpause ein und berieten, wie sie weiter vorgehen könnten. Dabei wurden neue Tarnkappen gebastelt. Flink steckte man Blatt für Blatt zusammen und formte Hütchen ähnliche Gebilde. Sie waren mit der Arbeit gerade fertig geworden, als ein drolliges, braunes Männchen in die Höhle hineinschaute. Es hatte Stimmen gehört und wollte wissen, was sich neben seiner Behausung abspielte. Mit einem kaum vernehmbaren „Hallo“ machte sich das Kerlchen bemerkbar und stellte sich wie folgt vor: „Ich bin das Wurzelmännchen.“ Erschrocken drehten sich die Knirpse um und beäugten es misstrauisch. „Ihr braucht nichts zu befürchten, ich bin kein Zauberer, auch kein böser Geist, der Euch nach dem Leben trachtet oder in Gnomen verwandelt. Warum habt Ihr Euch versteckt?“ „Ja“, entgegnete Max, „das ist eine … „. Weiter kam er nicht mit seiner Antwort, denn in diesem Augenblick trat der Gärtner und Herr Wichel ein. Die kleinen Ausreißer waren erleichtert, sie zu sehen und eilten schnurstracks zu den beiden hin. Fast wäre das Wurzelmännchen überrannt worden, wäre es nicht auf die Seite gesprungen. „Eigentlich hätte ich Euch eine ordentliche Standpauke halten sollen“, sagte Vater Wichtel schroff, „aber ich es will es noch einmal durchgehen lassen. Ich glaube, ihr wart in irgendwelchen Schwierigkeiten.“ Da bemerkte Vater Wichtel ein knorriges Wesen, das man Eingang der Höhe stand. Erstaunt stellt er die Frage: „Wer bist du und was hast du vor?“ „Nichts, ich bin das Wurzelmännchen und bin ein guter Bewohner des Waldes“, entgegnete es. „Ich wollte mich erkundigen, warum die Wichtelkinder in die dunkle Höhle gekrochen sind.“ Da mischte sich der Gärtner ein. Kopfschüttelnd frotzelte er: „Sie können es nicht lassen, die Racker. Sie müssen ständig irgendwo vorne dran sein. Schaut mal, nicht weit von hier steht ein fremdes Luftfahrzeug, das wahrscheinlich ihr Interesse gefunden hat. Ist es nicht so, Titi und Miti? Und Eure ungebremste Neugier hat Euch bestimmt hier her getrieben. Was habt Ihr Euch gedacht, Ihr Vorwitznasen? So jetzt ab mit Euch in den Garten. Ihr könnt von Glück sagen, dass ich Euch trotz Tarnung gefunden habe.“

In der Zwischenzeit stellten die grünen Männchen die Motoren zum Start ihres Raumschiffes an. Die heißen Gase wurden aus der Düse gestoßen und durch den erzeugten Startschub entstand eine Druckwelle, die den Waldboden erzittern ließ. Jetzt hob die Rakete ab. Die Fremdlinge verließen unseren Planeten und flogen ins unendliche All. Etwas haben die Marsianer im Eifer des Gefechts liegen gelassen: Einen Beutel mit Pfeilen. Der Gärtner gewahrte diesen und drehte das Zeug mit einem Ast vorsichtig um. Da gab es einen lauten Knall. Winzige Funken sprühten nach allen Seiten und fraßen sich durch das gesamte Material. Der Vorgang dauerte nur ein paar Minuten, dann war alles vorbei. Um ein mögliches Aufflammen zu vermeiden, deckte der Gärtner die Stelle mit Erde ab. Die Freunde liefen im Gänsemarsch von dort weg und stimmten ein lustiges Liedchen an. Noch einmal blickten sie zurück, um sich auch zu vergewissern, dass kein Fünkchen mehr glüht. Wie leicht kann durch Schwelbrand ein großes Feuer entstehen. Im Widerschein der untergehenden Sonne erreichte die fröhlich trällernde Clique den Garten.

Vögel fallen tot vom Himmel – unverhoffter Besuch.

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